Baden-Baden souverän
Von Georgios Souleidis
Mit drei Siegen übernahm OSG Baden-Baden die Tabellenführung der Schachbundesliga gefolgt von Werder Bremen, das durch zwei Siege gegen Emsdetten und Wattenscheid dem Meister auf den Fersen bleibt. Was sich sonst noch in der 5. und 6. Runde der Schachbundesliga tat, erfahren sie in diesem Bericht.
Souverän eroberte die OSG Baden-Baden nach ungefähr der Hälfte der Saison 2009/10 die Tabellenführung der Schachbundesliga. Nach zwei klaren Siegen mit 6:2 gegen Heidelberg-Handschuhsheim, vorgezogene Begegnung der 7. Runde, und SG Trier, 5. Runde, kam es in der 6. Runde zur Spitzenbegegnung gegen SC Eppingen. Der Mannschaftsführer Sven Noppes hielt für diesen Kampf noch ein As im Ärmel, denn Peter Svidler kam überraschend zum Einsatz, nachdem er vorher pausiert hatte. Die Rechnung ging gegen die ebenfalls mit acht Großmeistern stark angetretenen Kraichgauer auf. An vier der acht Bretter spielten sich die Baden-Badener einen Vorteil heraus, wovon zwei verwertet wurden. Ein schöner Sieg gelang dabei dem Spanier Francisco Vallejo Pons gegen den deutschen Meister Arik Braun.
Vallejo Pons,Francisco (2696) - Braun,Arik (2519)
SBL 0910 SC Eppingen - OSG Baden Baden (6.5), 13.12.2009
Stellung nach 29...Lc5:
Vallejo Pons-Braun
30.Dxe8+! Sxe8 31.f6+ Kc7? Danach läuft der f-Bauer gewinnbringend durch. Mit 31...Kd8! hätte Schwarz mehr Widerstand leisten können. 32.Lxd4 Lxd4 33.c3 gxf6 34.Txd4+ Ke7 35.Tgd1± 32.f7! Sf6 33.Txg7 Sd7 33...Lf8 34.Lxd4+- 34.f8D 1-0
Francisco Vallejo Pons, OSG Baden-Baden (Foto: Christian Bossert)
Der SK Heidelberg-Handschuhsheim musste bei seinen ersten Heimkämpfen in der Schachbundesliga bitteres Lehrgeld zahlen. Gegen den deutschen Meister, Eppingen und gegen Trier reichte es nicht mehr als für eine Handvoll Brettpunkte. Für Trier war das 6,5:1,5 gegen die Gastgeber der höchste Sieg seit der Bundesligazugehörigkeit im Jahr 2007/08 und gleichzeitig ein kleiner Befreiungsschlag im Abstiegskampf.
Bremen siegt gegen Verfolger und bleibt Baden-Baden auf den Fersen
Werder Bremen ist das einzige Team der Schachbundesliga, das das hohe Tempo von Baden-Baden mitgehen kann. Am Wochenende setzte man sich knapp gegen die Verfolger Emsdetten und Wattenscheid durch und liegt nur einen Zähler hinter dem Titelfavoriten. Zum Matchwinner für das Team von der Weser avancierte der "Oldie" Rainer Knaak, der nur noch sporadisch zum Einsatz kommt. Der mehrmalige DDR-Meister konnte sich an Brett acht - hier ließen die Bremer bisher einige Punkte liegen - gegen die IM´s Christian Richter (Emsdetten) und Volkmar Dinstuhl (Wattenscheid) in feinem positionellem Stil durchsetzen.
Rainer Knaak (rechts), Werder Bremen
Mit ihrem Schicksal haderten die Hamburger, die vor heimischer Kulisse zwei Niederlagen einstecken mussten. Wattenscheid und Emsdetten erwiesen sich an diesem Wochenende als etwas stärker und nahmen die Punkte aus der Hansestadt mit nach Hause. Emsdetten, das vor der Saison als möglicher Abstiegskandidat gehandelt wurde, und Wattenscheid haben nun schon zehn Punkte auf dem Konto und können den Rest der Spielzeit beruhigt angehen. In Top-Form präsentiert sich für die Ruhrpottler Alexander Rustemov in dieser Saison, der mit sechs Punkten aus sieben Partien weiterhin der Top-Scorer der Liga ist.
Kantersiege in Berlin
In Berlin kam es in der 5. Runde zu einer faustdicken Überraschung. Die Sportfreunde Katernberg gingen leicht favorisiert gegen die Schachfreunde Berlin in den Kampf und verloren...7:1! Ein insbesondere in dieser Höhe völlig unerwartetes Resultat. Der Katernberger Mannschaftsführer Ulrich Geilmann, dessen Bericht in den folgenden Tagen hier veröffentlicht wird, kommentierte: "Der Krampf löste sich schließlich nach etwas mehr als sechs Stunden mit der Verlustpartie von Vladimir Chuchelov. Eine klassische Klatsche!" Die Schachfreunde boten auch tags darauf ein couragiertes Match gegen Mülheim, doch am Ende setzte sich der Favorit mit 5:3 durch. Wie gewohnt wird Ilja Schneider (SF Berlin) in seiner Kolumne über die Partien seines Teams ausführlich berichten. In den zwei weiteren Begegnungen in Berlin musste der Gastgeber, SK König Tegel, die nominelle Überlegenheit von Mülheim und Katernberg anerkennen. Zwar fielen die Niederlagen mit 1,5:6,5 und 2:6 etwas hoch aus, auch weil in Zeitnot reihenweise unklare Stellungen verloren wurden, doch ein Mannschaftspunkt war außer Reichweite.
Daniel Fridman (links) war mit 2/2 maßgeblich am Erfolg der Mülheimer in Berlin beteiligt (Foto: Frank Hoppe)
Solingen weiterhin auf dem Vormarsch
Die SG Solingen hat sich durch zwei Siege in Erfurt, gegen den Gastgeber und München, im oberen Tabellendrittel festgesetzt und die Qualifikation für den Europacup weiterhin im Visier. Großmeister Michael Hoffmann, der in seiner Kolumne über die Kämpfe seines Teams berichten wird, punktete gleich zwei Mal voll und ist mit fünf Punkten aus sechs Partien der Top-Scorer im Team.
Michael Hoffmann, SG Solingen
Der Erfurter SK präsentierte sich zu Hause gewohnt kampfstark, doch insbesondere an den hinteren Brettern sind die Ausfälle in der Schachbundesliga kaum zu kompensieren. Gegen Solingen und Remagen konnte man mit Niederlagen rechnen, doch das 3,5:4,5 gegen München in der vorgezogenen Begegnung der 7. Runde tut besonders weh. Damit sind die Chancen die Klasse zu halten, enorm gesunken. Für Remagen, das mit Dr. Robert Hübner und mit der bis dato stärksten Besetzung in dieser Saison antrat, war es ein erfolgreiches Wochenende. Dank der zwei Siege gegen München und Erfurt hat man sich erstmal aus der Abstiegszone verabschiedet.
Einzelergebnisse 5. Runde Schachbundesliga
Einzelergebnisse 6. Runde Schachbundesliga
Einzelergebnisse der bisher gespielten Kämpfe der 7. Runde
Vallejo Pons,Francisco (2696) - Braun,Arik (2519)
SBL 0910 SC Eppingen - OSG Baden Baden (6.5), 13.12.2009
Stellung nach 29...Lc5:
Vallejo Pons-Braun
30.Dxe8+! Sxe8 31.f6+ Kc7? Danach läuft der f-Bauer gewinnbringend durch. Mit 31...Kd8! hätte Schwarz mehr Widerstand leisten können. 32.Lxd4 Lxd4 33.c3 gxf6 34.Txd4+ Ke7 35.Tgd1± 32.f7! Sf6 33.Txg7 Sd7 33...Lf8 34.Lxd4+- 34.f8D 1-0
Francisco Vallejo Pons, OSG Baden-Baden (Foto: Christian Bossert)
Der SK Heidelberg-Handschuhsheim musste bei seinen ersten Heimkämpfen in der Schachbundesliga bitteres Lehrgeld zahlen. Gegen den deutschen Meister, Eppingen und gegen Trier reichte es nicht mehr als für eine Handvoll Brettpunkte. Für Trier war das 6,5:1,5 gegen die Gastgeber der höchste Sieg seit der Bundesligazugehörigkeit im Jahr 2007/08 und gleichzeitig ein kleiner Befreiungsschlag im Abstiegskampf.
Bremen siegt gegen Verfolger und bleibt Baden-Baden auf den Fersen
Werder Bremen ist das einzige Team der Schachbundesliga, das das hohe Tempo von Baden-Baden mitgehen kann. Am Wochenende setzte man sich knapp gegen die Verfolger Emsdetten und Wattenscheid durch und liegt nur einen Zähler hinter dem Titelfavoriten. Zum Matchwinner für das Team von der Weser avancierte der "Oldie" Rainer Knaak, der nur noch sporadisch zum Einsatz kommt. Der mehrmalige DDR-Meister konnte sich an Brett acht - hier ließen die Bremer bisher einige Punkte liegen - gegen die IM´s Christian Richter (Emsdetten) und Volkmar Dinstuhl (Wattenscheid) in feinem positionellem Stil durchsetzen.
Rainer Knaak (rechts), Werder Bremen
Mit ihrem Schicksal haderten die Hamburger, die vor heimischer Kulisse zwei Niederlagen einstecken mussten. Wattenscheid und Emsdetten erwiesen sich an diesem Wochenende als etwas stärker und nahmen die Punkte aus der Hansestadt mit nach Hause. Emsdetten, das vor der Saison als möglicher Abstiegskandidat gehandelt wurde, und Wattenscheid haben nun schon zehn Punkte auf dem Konto und können den Rest der Spielzeit beruhigt angehen. In Top-Form präsentiert sich für die Ruhrpottler Alexander Rustemov in dieser Saison, der mit sechs Punkten aus sieben Partien weiterhin der Top-Scorer der Liga ist.
Kantersiege in Berlin
In Berlin kam es in der 5. Runde zu einer faustdicken Überraschung. Die Sportfreunde Katernberg gingen leicht favorisiert gegen die Schachfreunde Berlin in den Kampf und verloren...7:1! Ein insbesondere in dieser Höhe völlig unerwartetes Resultat. Der Katernberger Mannschaftsführer Ulrich Geilmann, dessen Bericht in den folgenden Tagen hier veröffentlicht wird, kommentierte: "Der Krampf löste sich schließlich nach etwas mehr als sechs Stunden mit der Verlustpartie von Vladimir Chuchelov. Eine klassische Klatsche!" Die Schachfreunde boten auch tags darauf ein couragiertes Match gegen Mülheim, doch am Ende setzte sich der Favorit mit 5:3 durch. Wie gewohnt wird Ilja Schneider (SF Berlin) in seiner Kolumne über die Partien seines Teams ausführlich berichten. In den zwei weiteren Begegnungen in Berlin musste der Gastgeber, SK König Tegel, die nominelle Überlegenheit von Mülheim und Katernberg anerkennen. Zwar fielen die Niederlagen mit 1,5:6,5 und 2:6 etwas hoch aus, auch weil in Zeitnot reihenweise unklare Stellungen verloren wurden, doch ein Mannschaftspunkt war außer Reichweite.
Daniel Fridman (links) war mit 2/2 maßgeblich am Erfolg der Mülheimer in Berlin beteiligt (Foto: Frank Hoppe)
Solingen weiterhin auf dem Vormarsch
Die SG Solingen hat sich durch zwei Siege in Erfurt, gegen den Gastgeber und München, im oberen Tabellendrittel festgesetzt und die Qualifikation für den Europacup weiterhin im Visier. Großmeister Michael Hoffmann, der in seiner Kolumne über die Kämpfe seines Teams berichten wird, punktete gleich zwei Mal voll und ist mit fünf Punkten aus sechs Partien der Top-Scorer im Team.
Michael Hoffmann, SG Solingen
Der Erfurter SK präsentierte sich zu Hause gewohnt kampfstark, doch insbesondere an den hinteren Brettern sind die Ausfälle in der Schachbundesliga kaum zu kompensieren. Gegen Solingen und Remagen konnte man mit Niederlagen rechnen, doch das 3,5:4,5 gegen München in der vorgezogenen Begegnung der 7. Runde tut besonders weh. Damit sind die Chancen die Klasse zu halten, enorm gesunken. Für Remagen, das mit Dr. Robert Hübner und mit der bis dato stärksten Besetzung in dieser Saison antrat, war es ein erfolgreiches Wochenende. Dank der zwei Siege gegen München und Erfurt hat man sich erstmal aus der Abstiegszone verabschiedet.
Einzelergebnisse 5. Runde Schachbundesliga
Einzelergebnisse 6. Runde Schachbundesliga
Einzelergebnisse der bisher gespielten Kämpfe der 7. Runde
erstellt am 14.12.2009





