Zurück zur Schulbank
Von Georgios Souleidis
Um David Baramidze, eines der größten deutschen Schachtalente der jüngsten Vergangenheit, ist es in den letzten Monaten sehr ruhig geworden. Für den Hamburger SK bestritt der 21-jährige in der laufenden Saison gerade mal zwei Partien. Der Schachbundesliga verriet Baramidze, womit er sich zur Zeit hauptsächlich beschäftigt.
"Seit September 2009 besuche ich das Abendgymnasium in Ulm. Deswegen kann ich Schach erstmal nur in den Ferien spielen. Aus dem gleichen Grund habe ich in der Schachbundesliga nur zwei Mal gespielt. Da ich freitagabends zur Schule gehe, wäre es mit der Anreise sehr eng geworden."
Das hört sich alles sehr unspektakulär an, und wäre es auch, wenn man nicht seine Vorgeschichte beachten würde. David Baramidze war U16-Vizeweltmeister, gehörte lange zu den Top20-Junioren weltweit und hat seit fünf Jahren eine Elo über 2500 Punkte. Den Höhepunkt seiner jungen Karriere erreichte der gebürtige Georgier mit der Teilnahme an der Schacholympiade in Dresden 2008. In der sächsischen Landeshauptstadt spielte er für die deutsche Nationalmannschaft und schnitt mit 5 aus 7 überaus erfolgreich ab.
David Baramidze bei der Schacholympiade in Dresden
Der Erfolg in diesen Jahren kam nicht überraschend. Er brach in der elften Klasse das Gymnasium ab und konzentrierte sich voll auf Schach. Zudem war er, genau wie die etwa gleichaltrigen Arik Braun und Falko Bindrich, Mitglied der Sportförderkompanie der Bundeswehr.
Nach der Olympiade in Dresden ging es aber mit den Ergebnissen deutlich bergab und seine Elo-Zahl liegt unter dem Wert, den er schon im Oktober 2004 erreicht hatte. "Ich weiß nicht, woran es liegt. Vielleicht an der fehlenden Motivation. Bis man Großmeister wird, ist man sehr motiviert. Auch die Schacholympiade sorgte für einen Aufschwung. Aber danach? Es fehlt mir schwer, alleine und auf ein Ziel hin zu trainieren."
David Baramidze während einer Partie
An Zeit mangelt es Baramidze freilich nicht. Seit zwei Jahren wohnt der schlaksige junge Mann in Günzburg an der Grenze zwischen Baden-Württemberg und Bayern. Seine Familie, zu der auch drei jüngere Schwestern gehören, zog in den kleinen Ort, weil der Vater Arbeit fand. Hier ist es eher beschaulich und neben Abendschule und Familienleben läuft nicht viel. Der mangelnde Trainingsfleiß könnte damit begründet werden, dass für Baramidze Schach als Beruf, trotz seines zweifellos außerordentlichen Potentials, nicht zwangsläufig in Frage kommt. "Ich werde mein Abitur nachholen und dann studieren. Schach werde ich natürlich auch weiterhin spielen. Es aber als Beruf auszuüben, da bin ich mir absolut unsicher", meint Baramidze.
Nach dem Schachhoch in seiner Jugendzeit befindet sich David Baramidze eingangs des Erwachsenenwerdens erstmal in einer Normalisierungs- und Orientierungsphase. Schach wird weiterhin eine Rolle spielen in seinem Leben, eine aber offensichtlich nicht mehr so große wie in seiner Jugendzeit.
Das hört sich alles sehr unspektakulär an, und wäre es auch, wenn man nicht seine Vorgeschichte beachten würde. David Baramidze war U16-Vizeweltmeister, gehörte lange zu den Top20-Junioren weltweit und hat seit fünf Jahren eine Elo über 2500 Punkte. Den Höhepunkt seiner jungen Karriere erreichte der gebürtige Georgier mit der Teilnahme an der Schacholympiade in Dresden 2008. In der sächsischen Landeshauptstadt spielte er für die deutsche Nationalmannschaft und schnitt mit 5 aus 7 überaus erfolgreich ab.
David Baramidze bei der Schacholympiade in Dresden
Der Erfolg in diesen Jahren kam nicht überraschend. Er brach in der elften Klasse das Gymnasium ab und konzentrierte sich voll auf Schach. Zudem war er, genau wie die etwa gleichaltrigen Arik Braun und Falko Bindrich, Mitglied der Sportförderkompanie der Bundeswehr.
Nach der Olympiade in Dresden ging es aber mit den Ergebnissen deutlich bergab und seine Elo-Zahl liegt unter dem Wert, den er schon im Oktober 2004 erreicht hatte. "Ich weiß nicht, woran es liegt. Vielleicht an der fehlenden Motivation. Bis man Großmeister wird, ist man sehr motiviert. Auch die Schacholympiade sorgte für einen Aufschwung. Aber danach? Es fehlt mir schwer, alleine und auf ein Ziel hin zu trainieren."
David Baramidze während einer Partie
An Zeit mangelt es Baramidze freilich nicht. Seit zwei Jahren wohnt der schlaksige junge Mann in Günzburg an der Grenze zwischen Baden-Württemberg und Bayern. Seine Familie, zu der auch drei jüngere Schwestern gehören, zog in den kleinen Ort, weil der Vater Arbeit fand. Hier ist es eher beschaulich und neben Abendschule und Familienleben läuft nicht viel. Der mangelnde Trainingsfleiß könnte damit begründet werden, dass für Baramidze Schach als Beruf, trotz seines zweifellos außerordentlichen Potentials, nicht zwangsläufig in Frage kommt. "Ich werde mein Abitur nachholen und dann studieren. Schach werde ich natürlich auch weiterhin spielen. Es aber als Beruf auszuüben, da bin ich mir absolut unsicher", meint Baramidze.
Nach dem Schachhoch in seiner Jugendzeit befindet sich David Baramidze eingangs des Erwachsenenwerdens erstmal in einer Normalisierungs- und Orientierungsphase. Schach wird weiterhin eine Rolle spielen in seinem Leben, eine aber offensichtlich nicht mehr so große wie in seiner Jugendzeit.
erstellt am 26.01.2010





