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Tabelle

RNG Verein MP
1. OSG Baden-Baden 30
2. Mülheim Nord 25
3. SG Solingen 21
4. SC Eppingen 20
5. Werder Bremen 19
6. Turm Emsdetten 18
7. SG Trier 17
8. Hamburger SK 16
9. SV 1930 Hockenheim 16
10. Wiesbadener SV 16
11. SF Katernberg 15
12. SV Wattenscheid 11
13. SF Berlin 7
14. SV Griesheim 5
15. SC Forchheim 2
16. SK Norderstedt 2
:: zur ausführlichen Tabelle

Ergebnisse

14. Runde
Griesheim 5.5 - 2.5 Norderstedt
Wiesbaden 2.5 - 5.5 Hamburg
Katernberg 4.5 - 3.5 Wattenscheid
Mülheim 4.5 - 3.5 Solingen
Forchheim 1.5 - 6.5 Emsdetten
Berlin 3 - 5 Bremen
Hockenheim 3 - 5 Trier
Eppingen 1.5 - 6.5 Baden-Baden
 
15. Runde
Hamburg 3.5 - 4.5 Griesheim
Wattenscheid 2 - 6 Mülheim
Solingen 4 - 4 Katernberg
Emsdetten 4.5 - 3.5 Berlin
Bremen 5.5 - 2.5 Forchheim
Trier 2 - 6 Eppingen
Baden-Baden 5.5 - 2.5 Hockenheim
Norderstedt 2 - 6 Wiesbaden
:: Alle Ergebnisse anzeigen


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Lauter Überraschungen

Am 4. Februar fand die 8. Runde der Schachbundesliga statt. Es folgt eine Zusammenfassung der Ereignisse an den Spielorten Berlin, Emsdetten, Solingen und Dresden.


Von Georgios Souleidis

Baden-Baden marschiert

Die Schachfreunde Berlin begrüßten im Rathaus Schöneberg die Teams aus Hamburg, Baden-Baden und Trier zur 8. Runde der Schachbundesliga. Der Kampf zwischen dem Gastgeber und dem deutschen Meister lockte im Laufe des Tages rund 300 Zuschauer in den Willy-Brandt-Saal. Sie kamen auch, um den Star der Hauptstädter, Levon Aronian, zu bewundern.

Es war keine Überraschung, dass der in Berlin lebende Armenier gegen Baden-Baden spielt, denn die Nr. 2 der Weltrangliste hatte zu Beginn der Saison angedeutet, dass er gegen die Topteams der Liga bereit ist, anzutreten. Auf ihm lagen die Hoffnungen der Schachfreunde, dem Tabellenführer ein Bein zu stellen und für eine Überraschung zu sorgen. Aronians Partie gegen Alexei
Shirov begann verheißungsvoll. In einer Variante der Halbslawischen Verteidigung überraschte der Berliner seinen Kontrahenten mit einem Springeropfer im 14. Zug. Shirov, der diese Eröffnung seit Kindesbeinen spielt, verbrauchte viel Bedenkzeit, um die passenden Erwiderungen zu finden. Er gab die Figur schnell zurück und hielt die Partie im Gleichgewicht. Das entstehende Endspiel führte unweigerlich nach 37 Zügen zum Remis.

Danach wollte in diesem Kampf keine Spannung mehr aufkommen. Baden-Baden nutzte seine nominelle Überlegenheit und landete fünf volle Punkte. Einen besonders ruhigen Nachmittag erlebte dabei Jan Gustafsson, der Rainer Polzin schlug. Im folgenden Video äußert sich "Gusti" zu seinem Sieg.



Der Kampf zwischen dem Hamburger SK und der SG Trier begann mit einer unangenehmen Überraschung. Der HSK trat nur mit sieben Spielern an, da der an Brett zwei
vorgesehene Niclas Huschenbeth auf seiner Rückreise vom "Tradewise Festival" in Gibraltar nach Hamburg beim Zwischenstopp in Amsterdam hängen blieb. Sein Flug aus Holland wurde am Freitag Abend gestrichen und der Flug am Samstag hatte Verspätung...dumm gelaufen.
Allerdings ist es fraglich, ob die Hanseaten mit ihm eine Chance gegen Trier gehabt hätten. Die Domstädter präsentierten sich sehr kompakt und nutzten ihre Überlegenheit zu einem 5,5:2,5 Sieg. Nett endete die Partie zwischen Viktor Erdos und Lubomir Ftacnik.

Erdos,Viktor (2608) - Ftacnik,Lubomir (2570)
SBL 2011/2012 (8.3), 04.02.2012


Stellung nach 51.Ke5:

Erdos-Ftacnik


51...Tc3? Nur mit 51...Kg7 war noch Widerstand zu leisten. Der König musste aus der Ecke raus, wie gleich zu sehen sein wird. 52.Kf6! Weiß strickt an einem Mattnetz. 52...Txe3 53.Lf7 Txh3 54.Se6 b3 55.Sf8+ Kh8 56.Sxg6+ Kh7 57.Sf8+ Kh8

Erdos-Ftacnik1


58.Kg6!
Die Idee ist 59. Kh6 nebst 60. Sg6#. Schwarz opfert den Turm, um das zu verhindern, kann die Niederlage aber nur hinauszögern. 58...Tc3 59.Kh6 Tc6+ 60.Sg6+ Txg6+ 61.Kxg6 b2 62.La2 h3 63.Kf7 Der g-Bauer läuft zur Dame durch, die dann auf g6 matt setzt. 1-0

Knaller in Emsdetten

Der SV Mülheim Nord präsentiert sich an diesem Wochenende - auch mit Blick auf das Spitzenspiel gegen Bremen in der 9. Runde - mit einer Startruppe. Trotz klarer nomineller Überlegenheit ging der "Aufgalopp" gegen den SK Turm Emsdetten mit 3,5:4,5 aber völlig schief. Es begann mit einem Aussetzer von Boris Grachev, der gegen Jonny Hector in klarer Remisstellung eine Figur einstellte. Es folgten zwei weitere Niederlagen, in der die Leistung der Münsterländer aber zu würdigen ist. Konstantin Landa wollte gegen Roeland Pruijssers einfach zu viel und geriet plötzlich in ein schlechtes Endspiel, das der Emsdettener gekonnt verwertete. Dennis Breder sorgte für den dritten vollen Punkt gegen
Daniel Hausrath fast aus der Eröffnung heraus. Daniel Fridman und Vladimir Potkin konnten mit ihren Siegen am Ende den Schaden nur begrenzen.
Im Parallelkampf siegte Werder Bremen gegen SF Katernberg mit 5,5:2,5. Hier wogen mehrere Partien dermaßen hin und her, dass auch ein völlig anderes Ergebnis im Bereich des Möglichen lag. Insbesondere in den Partien Fressinet-Bischoff und McShane-Firman sind die taktischen Verwicklungen ohne Computerhilfe für Normalsterbliche kaum zu überblicken.

Solingen mit Ausrutscher

Der SV Wattenscheid sorgte mit dem 5:3 gegen die SG Solingen für eine Überraschung. Positiv bemerkbar machte sich sofort, dass die Bochumer zum ersten Mal in dieser Saison ihr Spitzenbrett Nikita Vitiugov aufboten. Der Russe fügte Markus Ragger dessen erste Niederlage in der laufenden Spielzeit zu und riß den Rest seines Teams mit. Insbesondere Sebastian Bogner an Brett drei bot eine engagierte Leistung. Sein Sieg gegen Jan Smeets ist sehenswert.
In Solingen fand auch
der Abstiegsgipfel zwischen Remagen und Dortmund statt. Schaut man sich die Elo-Zahlen an, so ist das 4:4 ein völlig unerwartetes Ergebnis. Es spiegelt aber auch ein wenig die Situation der Remagener wieder. Trotz starker Aufstellungen will einfach kein Sieg gelingen. Das Match am Samstag war nichts für schwache Nerven. Beim Stand von 3,5:3,5 lief die Partie Bok-Klyuner. Es stand ein schwieriges Turmendspiel auf dem Brett, das insbesondere im späten Stadium mit wenig Zeit zu Fehlern verleitet. Tatsächlich hatte der Holländer mehrmals eine theoretische Gewinnstellung auf dem Brett, ließ seinen Gegner aber immer wieder entwischen und musste letztendlich das Dauerschach zulassen.

König Tegel sorgt weiter für Furore

Vor der Saison hätten ihnen viele noch nicht ein Mal einen Punkt zugetraut, jetzt sind es schon sieben. Die Rede ist vom SK König Tegel, der in der 8. Runde gegen den SV Hockenheim mit 4,5:3,5 gewann. Entscheidend in diesem Kampf waren die Partien an Brett vier und sieben,
die sich zu Gunsten der Berliner drehten. Mladen Muse gewann eine undurchsichtige Partie gegen Evgenij Miroshnichenko und Elisabeth Pähtz konnt ihre gute Stellung gegen Stefan Frübing nicht verwerten.
Der Parallelkampf war eine klare Angelegenheit. Der SC Eppingen besiegte den USV TU Dresden mit 6:2 und bleibt nach Bremen härtester Verfolger der OSG Baden-Baden.

Ein stimmungsvoller Bericht erreichte uns von Bundesjugendtrainer Bernd Vökler, der vor Ort war und den wir hier wiedergeben wollen.

Der Atem der Geschichte

"Hat Sie schon jemals der Atem der Geschichte gestreift?! Mir ging es heute in Meißen so!

Im Firmengebäude der UKA (Hauptsponsor der Nationalmannschaft und des USV TU Dresden) fand heute die achte Runde der Schachbundesliga statt. Ich habe 1972 mit Schach angefangen, da war Wolfgang Uhlmann bereits auf der Höhe seines Könnens. Heute spielte er in der Liga gegen Falko Bindrich (Jahrgang
1990), der könnte sein Enkel sein.
Wolfgang Uhlmann, Uwe Bönsch (beide Dresden) und Lothar Vogt (Eppingen) bildeten in den 80igern gemeinsam mit Rainer Knaak die Nationalmannschaft der DDR! Leider mussten heute alle drei ihren jüngeren Gegnern den Gewinn einräumen.

Von der nächsten Generation waren Gernot Gauglitz (Hauptsponsor UKA), Raj Tischbierek (Dresden) und Rene Stern (Tegel) an den Brettern. Eine meine ersten Chessbase-Partien 1981 gegen Raj - Jugendmeisterschaft U18 der DDR in Ilmenau 1981 - lief auch nicht so gut.

Wen kenne ich seit Schachkindesbeinen im Raum? GM Jens Uwe Maiwald, Erfurter Bundesligaspieler in den 90igern, Nationalspielerin Elisabeth Pähtz (2 x WM, jahrelang Erfurter SK), David Baramidze (ehemals Thüringen, Vizeweltmeister 2004), Falko Bindrich (jüngster deutscher GM, Jugendolympiamannschaft 2008)

Rainer Buhmann (Hockenheim) gegen Robert Rabiega (Tegel) , eine seltene deutsche Paarung an Brett 1, gerät da fast aus dem Blickfeld."



Bernd Vökler


Einzelergebnisse der 8. Runde
Fotos von der 8. Runde in Berlin
 
erstellt am 05.02.2012

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