Baden-Baden und Bremen souverän
Die 9. Runde der SBL brachte keine Überraschungen. Vorne marschieren Baden-Baden, Bremen und Eppingen, während sich noch die Hälfte der Liga mit dem Abstiegskampf befassen muss. Eine Zusammenfassung der Ereignisse an den Spielorten Berlin, Emsdetten, Solingen und Dresden.
Von Georgios Souleidis
Baden-Baden souverän
Die OSG Baden-Baden hatte auch im zweiten Spiel des Wochenendes keine Probleme seiner Favoritenrolle gerecht zu werden. Nach dem 6:2 gegen Berlin gewann der deutsche Meister mit dem selben Ergebnis gegen den Hamburger SK und führt mit 16 Punkten die Tabelle der SBL an. Die interessanteste Partie fand zwischen Alexei Shirov und Niclas Huschenbeth statt. Der Wahl-Spanier setzte sich nach einem taktischen Schlagabtausch in einer Najdorf-Partie sehenswert durch. Nach dem Kampf äußerte sich der Hamburger im folgenden Video zum Geschehen.
Große Freude herrschte bei den Gastgebern am Sonntag. Die Schachfreunde Berlin gewannen gegen die SG Trier mit 4,5:3,5, womit sie den Klassenerhalt praktisch gesichert haben. Der Kampf begann eigentlich sehr verheißungsvoll für die Domstädter. Piotr Bobras brachte sein Team durch einen Sieg gegen Andrei Maksimenko in Führung. Die Spieler folgten einer vor einigen Tagen gespielten Partie beim "Tradewise Festival" in Gibraltar. Der Pole hatte offensichtlich seine Hausaufgaben besser erledigt und gewann nach gerade mal 27 Zügen. Nach der Partie äußerte er sich folgendermaßen:
Trotz der Führung wurde im Laufe des Kampfes deutlich, dass die Gastgeber die besseren Karten besitzen. Zum Einen stach die armenische Doppelspitze mit Melkumyan und Aronian zu und zum Anderen steuerte Ilja Schneider einen seiner seltenen
Schwarzsiege bei, wie er freimütig nach dem Kampf verriet.
Bremen siegt im Spitzenspiel
In Emsdetten fand zwischen Werder Bremen und dem SV Mülheim Nord das Spitzenspiel des Wochenendes statt. Obwohl die Teams nahezu gleichwertig aufgestellt waren, verlief der Kampf erstaunlich einseitig. Der Tabellenzweite gewann auch in der Höhe verdient mit 5,5:2,5. Für die vollen Punkte sorgten Luke McShane, Alexander Areshchenko und Tomi Nyback.
Während Bremen damit Baden-Baden weiter auf den Fersen bleibt, verläuft die Saison für Mülheim deutlich unter Erwartung. Mit neun Punkten liegt man auf einem enttäuschenden 9. Platz.
Viel besser läuft es dagegen für den Reisepartner aus Essen. Die Sportfreunde Katernberg gewannen gegen den SK Turm Emsdetten mit 4,5:3,5 und liegen mit elf Punkten im sicheren Bereich der Tabelle. Die Gastgeber befinden sich nach dieser
Niederlage weiterhin im Abstiegskampf.
Perfektes Wochenende für Wattenscheid
Für den SV Wattenscheid verlief das Wochenende perfekt. Nach dem überraschenden Sieg gegen Solingen schlugen die Bochumer Remagen mit 5:3. Neben Sebastian Bogner, der an diesem Wochenende doppelt punktete, glänzte Florian Handke gegen Benjamin Bok mit einer Kostprobe seines taktischen Geschicks.
Handke,Florian (2518) - Bok,Benjamin (2488)
SBL 2011/2012 (9.6), 05.02.2012
Stellung nach 28...cxd4:
29.Sxf6+! Txf6 30.Txf6 Lxf6 31.Dh5 Tg8 31...Le8 32.Df5+ Kh8 33.Dxf6+ Kh7 34.Df5+ Kh8 35.Df8+ Kh7 36.Dg8# 32.Df7+ Lg7? 32...Tg7 33.Dxf6± 33.Sf3! Dc7
34.Sg5+ hxg5 35.Txg5 1-0
Remagen scheint der Befreiungsschlag einfach nicht gelingen zu wollen. Die Mannen um Teamchef Peter Noras agieren von allen Teams am Deutlichsten unter Erwartung. Auch gegen
Wattenscheid war man nominell besser aufgestellt, doch von einem Sieg meilenweit entfernt. Vielleicht sorgt das kommende Bundesliga-Wochenende am 25./26. Februar vor heimischer Kulisse für einen Motivationsschub, um vielleicht im Endspurt den Kopf doch noch aus der Schlinge zu ziehen.
Tegel kurz vor Sensation
Der SK König Tegel ist zweifellos die Überraschungsmannschaft der Saison. Im Kampf gegen den haushohen Favoriten aus Eppingen stand man kurz vor einem 4:4. Beim Stand von 3,5:3,5 lief am Spitzenbrett die Partie zwischen Robert Rabiega und Pentala Harikrishna. Der Ur-Berliner - obwohl erst 40, verdient er diese Bezeichnung - hatte das Remis in der Tasche, doch bei fortgeschrittener Zeit nutzte der Inder einen Fehler seines Gegners, um das Turmendspiel mit einem Mehrbauern zu gewinnen.
Die Kraichgauer liegen nach diesem Sieg nur einen Punkt hinter Baden-Baden und haben realistische Chancen im Titelrennen einzugreifen. Das Duell gegen den deutschen Meister steht noch auf dem
Programm.
Für Dresden verlief das Wochenende vor eigenem Publikum unbefriedigend. Nach der Niederlage gegen Eppingen gab es auch gegen Hockenheim nichts zu holen. Im Duell der Aufsteiger gewann das ambitionierte Team aus der Rhein-Neckar-Region mit 5,5:2,5. Mit acht Punkten liegt Hockenheim auf dem 10. Platz und hat gute Chancen die Klasse zu halten. Ein Unterfangen, das für Dresden immer schwieriger zu bewerkstelligen ist.
Einzelergebnisse der 9. Runde
Fotos von der 9. Runde in Berlin
Baden-Baden souverän
Die OSG Baden-Baden hatte auch im zweiten Spiel des Wochenendes keine Probleme seiner Favoritenrolle gerecht zu werden. Nach dem 6:2 gegen Berlin gewann der deutsche Meister mit dem selben Ergebnis gegen den Hamburger SK und führt mit 16 Punkten die Tabelle der SBL an. Die interessanteste Partie fand zwischen Alexei Shirov und Niclas Huschenbeth statt. Der Wahl-Spanier setzte sich nach einem taktischen Schlagabtausch in einer Najdorf-Partie sehenswert durch. Nach dem Kampf äußerte sich der Hamburger im folgenden Video zum Geschehen.
Große Freude herrschte bei den Gastgebern am Sonntag. Die Schachfreunde Berlin gewannen gegen die SG Trier mit 4,5:3,5, womit sie den Klassenerhalt praktisch gesichert haben. Der Kampf begann eigentlich sehr verheißungsvoll für die Domstädter. Piotr Bobras brachte sein Team durch einen Sieg gegen Andrei Maksimenko in Führung. Die Spieler folgten einer vor einigen Tagen gespielten Partie beim "Tradewise Festival" in Gibraltar. Der Pole hatte offensichtlich seine Hausaufgaben besser erledigt und gewann nach gerade mal 27 Zügen. Nach der Partie äußerte er sich folgendermaßen:
Trotz der Führung wurde im Laufe des Kampfes deutlich, dass die Gastgeber die besseren Karten besitzen. Zum Einen stach die armenische Doppelspitze mit Melkumyan und Aronian zu und zum Anderen steuerte Ilja Schneider einen seiner seltenen
Schwarzsiege bei, wie er freimütig nach dem Kampf verriet.
Bremen siegt im Spitzenspiel
In Emsdetten fand zwischen Werder Bremen und dem SV Mülheim Nord das Spitzenspiel des Wochenendes statt. Obwohl die Teams nahezu gleichwertig aufgestellt waren, verlief der Kampf erstaunlich einseitig. Der Tabellenzweite gewann auch in der Höhe verdient mit 5,5:2,5. Für die vollen Punkte sorgten Luke McShane, Alexander Areshchenko und Tomi Nyback.
Während Bremen damit Baden-Baden weiter auf den Fersen bleibt, verläuft die Saison für Mülheim deutlich unter Erwartung. Mit neun Punkten liegt man auf einem enttäuschenden 9. Platz.
Viel besser läuft es dagegen für den Reisepartner aus Essen. Die Sportfreunde Katernberg gewannen gegen den SK Turm Emsdetten mit 4,5:3,5 und liegen mit elf Punkten im sicheren Bereich der Tabelle. Die Gastgeber befinden sich nach dieser
Niederlage weiterhin im Abstiegskampf.
Perfektes Wochenende für Wattenscheid
Für den SV Wattenscheid verlief das Wochenende perfekt. Nach dem überraschenden Sieg gegen Solingen schlugen die Bochumer Remagen mit 5:3. Neben Sebastian Bogner, der an diesem Wochenende doppelt punktete, glänzte Florian Handke gegen Benjamin Bok mit einer Kostprobe seines taktischen Geschicks.
Handke,Florian (2518) - Bok,Benjamin (2488)
SBL 2011/2012 (9.6), 05.02.2012
Stellung nach 28...cxd4:
29.Sxf6+! Txf6 30.Txf6 Lxf6 31.Dh5 Tg8 31...Le8 32.Df5+ Kh8 33.Dxf6+ Kh7 34.Df5+ Kh8 35.Df8+ Kh7 36.Dg8# 32.Df7+ Lg7? 32...Tg7 33.Dxf6± 33.Sf3! Dc7
34.Sg5+ hxg5 35.Txg5 1-0
Remagen scheint der Befreiungsschlag einfach nicht gelingen zu wollen. Die Mannen um Teamchef Peter Noras agieren von allen Teams am Deutlichsten unter Erwartung. Auch gegen
Wattenscheid war man nominell besser aufgestellt, doch von einem Sieg meilenweit entfernt. Vielleicht sorgt das kommende Bundesliga-Wochenende am 25./26. Februar vor heimischer Kulisse für einen Motivationsschub, um vielleicht im Endspurt den Kopf doch noch aus der Schlinge zu ziehen.
Tegel kurz vor Sensation
Der SK König Tegel ist zweifellos die Überraschungsmannschaft der Saison. Im Kampf gegen den haushohen Favoriten aus Eppingen stand man kurz vor einem 4:4. Beim Stand von 3,5:3,5 lief am Spitzenbrett die Partie zwischen Robert Rabiega und Pentala Harikrishna. Der Ur-Berliner - obwohl erst 40, verdient er diese Bezeichnung - hatte das Remis in der Tasche, doch bei fortgeschrittener Zeit nutzte der Inder einen Fehler seines Gegners, um das Turmendspiel mit einem Mehrbauern zu gewinnen.
Die Kraichgauer liegen nach diesem Sieg nur einen Punkt hinter Baden-Baden und haben realistische Chancen im Titelrennen einzugreifen. Das Duell gegen den deutschen Meister steht noch auf dem
Programm.
Für Dresden verlief das Wochenende vor eigenem Publikum unbefriedigend. Nach der Niederlage gegen Eppingen gab es auch gegen Hockenheim nichts zu holen. Im Duell der Aufsteiger gewann das ambitionierte Team aus der Rhein-Neckar-Region mit 5,5:2,5. Mit acht Punkten liegt Hockenheim auf dem 10. Platz und hat gute Chancen die Klasse zu halten. Ein Unterfangen, das für Dresden immer schwieriger zu bewerkstelligen ist.
Einzelergebnisse der 9. Runde
Fotos von der 9. Runde in Berlin
erstellt am 06.02.2012



