Format

Wie funktioniert die Schachbundesliga?

16 Mannschaften treten in der Saison je einmal gegen jede andere an. Eine Mannschaft stellt acht Spieler aus einer vor der Saison festgelegten 16er-Rangliste auf. Eine Gewinnpartie ist einen Brettpunkt, ein Remis einen halben Brettpunkt wert. Für 4,5 oder mehr Brettpunkte gibt es zwei Mannschaftspunkte, im Falle eines 4:4 erhalten beide Mannschaften je einen Mannschaftspunkt. Für die Rangliste gelten zunächst die Mannschaftspunkte, falls diese gleich sind die Brettpunkte. Um den Titel wird bei Mannschaftspunktgleichheit gestochen, nicht jedoch um den Klassenerhalt. Die Saison ist in sieben Doppelrunden eingeteilt, die samstags ab 14 Uhr und sonntags ab 10 Uhr ausgetragen werden. Zwei Teams bilden jeweils ein Pärchen und treten in einer Doppelrunde überkreuz gegen ein anderes Pärchen an. An einem Freitag vor einer der ersten vier Doppelrunden treten die Reisepartner gegeneinander an.

Seit wann gibt es die Schachbundesliga?

1973 wurde ihre Gründung vom Deutschen Schachbund beschlossen, in der Saison 1974/75 nahm sie in vier regionalen Gruppen zu je acht Mannschaften den Betrieb auf. Die vier Gruppenersten ermittelten am Ende den Meister. In ihrer heutigen Form, nämlich in einer Gruppe mit 16 Mannschaften, gibt es die Schachbundesliga seit 1980. 2007 hat sich die Schachbundesliga vom DSB gelöst und ihren eigenen Verein gegründet. Seitdem ist sie selbständig und führt den Spielbetrieb in Eigenregie aus.

Wann spielt die Schachbundesliga?

Die Termine für die Saison 2018/19 lauten: 10./11. November 2018 (1./2. Runde), 24./25. November 2018 (3./4. Runde), 15./16. Dezember 2018 (5./6. Runde), 2./3. Februar 2019 (7./8. Runde), 1. bis 3. März 2019 zentrale Runde in Berlin (9./10./11. Runde), 23./24. März 2019 (11./12. Runde), 6./7. April 2019 (14./15. Runde).

Wer ist Meister?

Die OSG Baden-Baden gewann 2017/18 zum zwölften Mal den Titel. Damit ist der aktuelle Deutsche Meister zusammen mit der SG Solingen Rekordhalter in der Geschichte der Schachbundesliga.

Gibt es auch so etwas wie eine Meisterschale?

Die wurde zur Einführung der eingleisigen Bundesliga 1980 gestiftet. Jedes Jahr wird der Name des neuen Meisters eingraviert. Es handelt sich um eine Wandertrophäe, die frühestens in den Besitz eines Vereins übergehen kann, wenn kein Platz mehr für die Eingravierung des Meisters bleibt. Überreicht wird sie vom Sportdirektor, dem Leiter der Bundesliga oder dem Präsidenten des Schachbundes, je nachdem wer gerade anwesend sein kann.

Wie viele Mannschaften steigen ab?

Im Prinzip vier. Nach der Saison 2017/18 stiegen der SK Norderstedt, Bayern München und die SG Speyer-Schwegenheim ab. Außerdem zog der SK Schwäbisch Hall sein Team aus der SBL zurück. Aus den zweiten Ligen steigen vier Mannschaften auf. Die freigewordenen Plätze nehmen in der Saison 2018/19 die SG Turm Kiel (2. Liga Nord), der Düsseldorfer SK (2. Liga West), der SC Viernheim (2. Liga Süd) und BCA Augsburg (2. Liga Ost) ein. In der LIiga verbleibt, obwohl sportlich abgestiegen, die MSA Zugzwag München.

Wer sind die Stars der Liga?

Zahlreiche Weltklasse-Großmeister spielen in der SBL. Bei der OSG Baden-Baden spielen mit Fabiano Caruana, Maxime Vachier-Lagrave, Levon Aronian und Viswanathan Anand gleich vier TopTen-Spieler der Weltrangliste. Der mehrfache Weltmeister Viswanathan Anand ist das Aushängeschild. Bei der SG Solingen finden sich mit Anish Giri und Pentala Harikrishna zwei Spitzengroßmeister. Das Spitzenbrett des SV Mülheim Nord verteidigt David Navara, der in der Saison 2016/17 alle seine sechs Einsätze siegreich gestaltete. Letztendlich glänzt der SV Hockenheim mit mehrere Hochkarätern, allen voran Anatoli Karpov, dem 12. Schachweltmeister der Schachgeschichte und einem der besten Spieler aller Zeiten.

Welche Vereine vertreten die deutschen Nationalspieler?

Die deutsche Nr. 1, Liviu Dieter Nisipeanu, spielt für den USV TU Dresden. Georg Meier und Matthias Blübaum starten für die SF Deizisau. Zum erweiterten Kader der Nationalmannschaft gehören Daniel Fridman (SV Mülheim Nord) Rainer Buhmann sowie David Baramidze (SV Hockenheim).

Dürfen Frauen mitspielen?

Selbstverständlich. In der Saison 2017/18 waren fünf Spielerinnen gemeldet. Die OSG Baden-Baden sicherte sich die Dienste von Hou Yifan. Sie ist als stärkste Spielerin der Welt das Aushängeschild des internationalen Frauenschachs. Die deutsche Nr. 1, Elisabeth Paehtz, spielt für den USV TU Dresden. Die Nr. 3 der deutschen Rangliste, Sarah Hoolt, war für die SG Speyer-Schwegenheim im Aufgebot. Außerdem ist Sonja Maria Bluhm am Jugendbrett des SV Hofheim gemeldet. Letztendlich Yuliya Naiditsch eine weitere starke Spielerin im Kader der SF Deizisau.

Warum haben manche Vereine mehr als 16 Spieler gemeldet?

Über den regulären 16er-Kader hinaus dürfen zwei Jugendspieler gemeldet werden, wovon die meisten Bundesligisten Gebrauch machen.

Wie viel Bedenkzeit hat man in der Schachbundesliga?

In der Schachbundesliga gilt ab der Saison 2013/14 die folgende Bedenkzeit: 100 Minuten für die ersten 40 Züge. Nach der ersten Zeitkontrolle erhält jeder Spieler für den Rest der Partie 50 Minuten zu seiner vorhandenen Restbedenkzeit hinzugefügt. Ab dem ersten Zug erhält jeder Spieler pro Zug eine Gutschrift von 30 Sekunden.

Müssen die Spieler pünktlich zur Partie erscheinen?

Die Null-Toleranz-Regel der FIDE, die bei Großveranstaltungen angewendet wird, ist von der Schachbundesliga nicht übernommen worden. Stattdessen darf ein Spieler eine halbe Stunde zu spät kommen. Es ist allerdings erwünscht und das ist die Regel, dass die Spieler pünktlich am Brett sitzen.

Gilt in der Schachbundesliga ein Remisverbot wie bei verschiedenen internationalen Wettkämpfen?

Ja und Nein. Ab der Saison 2009/10 gilt das Remisverbot vor dem 20. Zug. Damit sollen die zuschauerunfreundlichen Kurzremis unterbunden werden. Ausgenommen vom Verbot ist ein Remis durch dreimalige Stellungswiederholung.

Dürfen die Spieler rauchen?

Im Spielsaal dürfen weder Spieler noch Zuschauer rauchen. Wer unbedingt eine Zigarette braucht, muss in einen Nebenraum oder vor die Tür.

Stimmt es, dass Handys verboten sind?

Mobiltelefone gelten als mögliche Hilfsmittel. Spieler werden mit dem sofortigen Verlust der Partie bestraft, falls ihr Handy klingelt. Inzwischen gilt, dass Mobiltelefone während der Runde abgegeben oder gar nicht erst mitgebracht werden dürfen. Zuschauer müssen ihre Handys im Turniersaal ausschalten.

Wann und wo kann man zuschauen?

Samstags wird ab 14 Uhr, sonntags ab 10 Uhr gespielt und freitags gegebenenfalls ab 16 Uhr. Am spannendsten sind in der Regel die dritte und vor allem die vierte Stunde. Nach jeweils vier Stunden ist die erste Zeitkontrolle. An einigen Orten werden die Partien kommentiert. Einige Vereine verzichten auf Eintrittsgeld, das aber nirgends mehr als fünf Euro beträgt.

Kann man die Partien auch im Internet miterleben?

Alle Wettkämpfe werden ab der Saison 2008/09 live übertragen, seit der Saison 2010/11 über das Liveportal der SBL.

Warum haben die Vereine so wenige Heimkämpfe?

Fahrten und übernachtungen sind ein wesentlicher Kostenfaktor für die Vereine. Darum werden stets zwei Spieltage zu Wochenendrunden zusammengefasst. Zwei möglichst benachbarte Mannschaften bilden für die ganze Saison ein Reisepärchen und treffen in jeder Wochenendrunde auf jeweils ein anderes Reisepärchen.

Wie hängt die Schachbundesliga mit dem Deutschen Schachbund zusammen?

Der DSB hat die Bundesliga ins Leben gerufen. Lange wurden die Vereine gegenüber dem DSB nur durch ihren gewählten Sprecher vertreten. Zunächst war der DSB allein für die Turnierordnung und Verwaltung zuständig. Vorübergehend wurden dann diese Fragen von einem Ausschuss geregelt, dem je drei Vertreter der Vereine und des Schachbundes angehörten. Inzwischen ist die Bundesliga eigenständig. Der Schachbundesliga e.V. ist am 3.Februar 2007 in Berlin gegründet worden, um flexibler zu sein und die Liga besser vermarkten zu können. Auch der DSB ist Mitglied des Vereins.