FC St. Pauli und SF Berlin beim Europäischen Club Cup
Vom 16. bis zum 24.10. findet in Montenegro der europäische Club Cup 2026 statt. Sieben deutsche Mannschaften meldeten sich in der offenen Sektion an und zwei in der Sektion der Frauen. In der offenen Sektion nehmen auch zwei Bundesliga-Teams teil: Der FC St. Pauli, u.a. mit Jonah Krause, und die SF Berlin, u.a. mit Marius Fromm. Außerdem sind einige Spieler der Bundesliga über andere europäische Vereine dabei. Matthias Blübaum spielt beispielsweise für den ungarischen Verein Tuxera Aquaprofit Nagykaniszsai. Genauso sind international aktive Spieler wie Nodirbek Abdusattorov, David Navara, Vasyl Ivanchuk und FC St. Pauli-Neuzugang Richard Rapport mit am Start.
Jonah Krause nimmt für den FC St. Pauli am Europäischen Club Cup teil | Foto: Anna Giede
Von den 16 Mitgliedsvereinen in der Bundesliga schicken zwei Vereine eine Mannschaft zum europäischen Club Cup nach Montenegro. Der FC St. Pauli und die SF Berlin nehmen an dem Pokalturnier teil. In den anderen europäischen Mannschaften sind aber noch weitere Spieler, die für Bundesligavereine aktiv sind, dabei!
Schachfreunde Berlin fahren nach Montenegro
Die Schachfreunde Berlin haben 7 Spieler für ihre Mannschaft in Montenegro für den Europäischen Club Cup gemeldet. Marius Fromm besetzt das Spitzenbrett der Berliner. Am Bundesliga-Wochenende erreichte der Berliner Internationale Meister zwei Punkte in drei Partien. Er gewann gegen Jachym Nemec (2478, Bad Mergentheim) und spielte Remis gegen Torben Knüdel (Düsseldorfer SK) und Hrvoje Stevic (2507, SK Kirchweyhe).
Emil Schmidek an Brett 2 ist auch im Bundesliga-Kader gemeldet, hat in dieser Saison aber noch keine Partien gespielt. In der vergangenen Saison erreichte er für die Schachfreunde Berlin 4,5 Punkte in 10 Partien und gehörte damit zu den aktivsten Spielern der Mannschaft. Die Spitze bildete Marius Fromm mit 10 Punkten in 13 Partien.
Arnd Lauber spielte mit Emil Schmidek, Sebastian Poltorak und Tymon Czernek am vergangenen Wochenende für die zweite Mannschaft der SF Berlin in der Oberliga Ost. Ihre Mannschaft gewann beide Mannschaftskämpfe – damit sind auch die Spieler der zweiten Mannschaft für den Europäischen Club Cup warmgespielt.
Magnus Ermitsch ist für das kommende Turnier an Brett 4 gemeldet. Er hatte am Wochenende drei Einsätze für die Berliner in der Bundesliga. Er erreichte 1,5 Punkte in den drei Partien. Besonders stach sein Sieg im Turmendspiel gegen Philipp Leon Klaska (Düsseldorfer SK) in der dritten Runde hervor!
Der polnische Internationale Meister Sebastian Poltorak spielte am Wochenende für die zweite Mannschaft, gehört als Ersatzspieler aber auch zum Kader der ersten Mannschaft. Für den Europäischen Club Cup wurde er an Listenplatz 6 von 7 gemeldet.
Ein sehr aktiver Berliner Spieler und Internationaler Meister fehlt im Kader für das Turnier in Montenegro: Ilja Schneider, der u.a. 2017 den NordWest-Cup in Bad Zwischenahn gewann. In der vergangenen Saison erreichte er 7 Punkte in 10 Einsätzen für das Berliner Bundesligateam. Am Wochenende spielte er auch für die Mannschaft an Brett 7 und fuhr mit einem Brettpunkt aus drei Partien nachhause.

In der Startrangliste der offenen Sektion des Turniers befinden sich die Berliner auf Platz 15 mit einem 2421 Elodurchschnitt. Sergej Movsesian, der in der Bundesliga am ersten Brett der SF Berlin in dieser Saison bereits dreimal Remis spielte, ist beim Europäischen Club Cup für den tschechischen Verein Sigil Fund Pardubice dabei. Zusammen mit Zbynek Hracek (Werder Bremen) und Jachym Nemec (SF Bad Mergentheim) tritt der armenische Großmeister für das Team aus Pardubice auf Startrang 14 an.
FC St. Pauli: Der stärkste Spieler kommt aus der zweiten Mannschaft
Aljoscha Feuerstack ist für den FC St. Pauli das Äquivalent zu Ilja Schneider bei den SF Berlin. In der aktuellen Bundesliga-Saison wurde Aljoscha Feuerstack erstmals ausschließlich in der zweiten Mannschaft anstelle in der ersten Mannschaft gemeldet. Obwohl Teammitglieder der ersten Mannschaft im Kader des Teams in Montenegro dabei sind, ist Aljoscha Feuerstack (nach Elo) der stärkste Spieler der Mannschaft und besetzt daher auch das erste Brett. Im Sommer gewann er das Kieler Open. In der vergangenen Saison hatte Feuerstack noch 9 Einsätze in der Bundesliga und erspielte dabei fünf Brettpunkte. Ob der FC St. Pauli auf ihn in der ersten Mannschaft verzichten kann, bleibt abzuwarten, aber beim Europäischen Club Cup ist er am ersten Brett dabei!
Can Ertan und Frank Sawatzki wechselten ähnlich wie Feuerstack von der ersten zur zweiten Mannschaft in der Oberliga Nord/Nord für den FC St. Pauli. Can Ertan, Aljoscha Feuerstack und Triona Eberle gehörten auch zu dem St. Pauli-Team, das in diesem Sommer die Hamburger Pokalmeisterschaft gewonnen hat und sich damit für die kommende Deutsche Pokalmannschaftsmeisterschaft qualifiziert haben.
Vom aktuellen Bundesliga-Kader des FC St. Pauli sind Jonah Krause, Bruder des Teamkapitäns Benedict Krause, und Triona Eberle in Montenegro dabei. Triona Eberle feierte ihren Einstand in die Bundesliga mit einem Sieg in der Endrunde der letzten Saison, sonst Stammspielerin in der Hamburger Landesliga beim FC St. Pauli 3. Sie hatte an dem Endrunden-Wochenende zwei Einsätze und gewann ihre Partie gegen den Internationalen Meister Philip Lindgren (2358) vom FC Bayern.
Jonah Krause hatte wie Feuerstack neun Einsätze in der vergangenen Saison und spielte dabei sechsmal Remis. Sein Bruder Benedict Krause spielt beim Europäischen Club Cup nicht mit.

Mit einem Durchschnitt von 2299 Elopunkten befindet sich die Mannschaft des FC St. Pauli auf dem 39. Startplatz von 108 Teams in der offenen Sektion.
Die Starspieler des Bundesliga-Teams des FC St. Pauli sind für dieses Turnier nicht Teil des Kaders, manche spielen aber für andere europäische Teams mit. So könnte das Team beispielsweise auf Richard Rapport treffen, sollten sie gegen das türkische Team Bayegan Pendik Chess Sports Club (Startgrang 1) antreten. Nach Rapport der zweite Starneuzugang beim FC St. Pauli, Venkatesh Pranav, nimmt am Turnier für Elektroprivreda teil. Das Team aus Montenegro spielt mit Pranav an der Spitze.
Der Däne Filip Boe Olsen (Elo:2427, DWZ: 2501), der im Bundesligakader des FC St. Pauli auf Platz 13 gesetzt ist, nimmt mit Alvar Alonso Rosell (FC Bayern) für den spanischen Verein C.A. Silla Integrant Col-lectius aus der Provinz Valencia teil. Olsen ist ein Neuzugang in der Hamburger Mannschaft. Ein weiterer Däne vom FC St. Pauli, der für einen anderen Verein am Turnier teilnimmt ist Jonas Buhl Bjerre. Er ist am letzten Brett des tschechischen Clubs Novy Bor Chess Club gemeldet. Bis auf Grandelius sind alle Spieler dieser Mannschaft auch Teil eines Bundesligateams! Nihal Sarin ist im Kader der OSG Baden-Baden gemeldet, Harikrishna Pentala und David Navara spielen für die SG Solingen, Nodirbek Yakubboev ist Spieler beim FC Bayern und David Anton ist für den SC Viernheim aktiv. Für Grandelius ist dies die erste Saison außerhalb der Bundesliga. Bis zur letzten Saison war er Teil des Kaders des Hamburger SK.
Der junge Franzose Marc'Andria Maurizzi spielt zusammen mit Etienne Bacrot (OSG Baden-Baden) für den französischen Verein Aix-en-Provence. Das französische Team startet von Rang 11 in den Wettbewerb.
Weitere Bundesliga-Spieler beim Europäischen Club Cup
Anders als im Fußball spielen Schachprofis oft in mehreren Ländern in der Liga mit und können so auch beim Europäischen Club Cup für unterschiedliche Teams antreten, wie im Fall von Richard Rapport, der in der Schachbundesliga für den FC St. Pauli antritt und beim Club Cup für einen türkischen Verein spielt. Neben den bereits erwähnten Spielern treten weitere Bundesliga-Spieler beim europäischen Club Cup an. Besonders in den Spitzenteams des Turniers tummeln sich die Starspieler der Bundesligavereine:
Für den türkischen Verein Bayegan Pendik Chess Sports treten neben Rapport auch Shakhriyar Mamedyarov (SC Viernheim) und Volodar Murzin (Düsseldorfer SK) an. SuperChess Romania auf Startrang 2 hat einige Viernheimer Spieler dabei, nämlich Nodirbek Abdusattorov, Alexey Sarana, Parham Maghsoodloo und Jorden van Foreest. Dazu kommt Haik Martirosyan vom SV Werder Bremen.
Das Team Alkaloid aus Nordmazedonien tritt u.a. mit Arjun Erigaisi (SV Deggendorf), Aravindh Chithambaram (SC Viernheim), Aleksandar Idjic (SV Deggendorf) und Velimir Ivic (Werder Bremen) an.
Die deutschen Nationalspieler fehlen weitestgehend in den Mannschaften beim Europäischen Club Cup, wobei Matthias Blübaum (OSG Baden-Baden), die deutsche Nummer 2 hinter Vincent Keymer, mit dem ungarischen Verein Tuxera Aquaprofit Nagykanizsai am Turnier teilnimmt. Neben ihm sind auch Benjamin Gledura, Andrej Volokitin (beide SC Remagen Sinzig) und Ihor Samunenkov (Werder Bremen) Teil der Mannschaft. Einzelne weitere Bundesligaspieler treten für einige der weiteren Teams der Meisterschaft an. Außerdem nehmen der SC Erlangen, der Schachverein Mühlheim-Nord, der SK Weisse Dame Hamburg, König Tegel und der TSV Schönaich als weitere deutsche Teams am Europäischen Club Cup teil, wobei deren Vereine keine Mannschaften in der Bundesliga haben.
Die Schachbundesliga indirekt in der Frauensektion vertreten
Am Turnier der Frauen nimmt Dinara Wagner, die in der Bundesliga für den SC Viernheim spielt, für SuperChess Romania teil. Bundesliga-Kommentatorin Katharina Reinecke ist mit der Mannschaft des Klub Kölner Schachfreunde Teil des Turniers und Klaudia Kulon (SK Kirchweyhe in der Bundesliga) spielt beim Europäischen Club Cup in der Frauensektion für CE Gambit Bonnevoie. Viele weitere Spielerinnen der ersten Frauenbundesliga (z.B. Elisabeth Pähtz und Anna-Maja Kazarian) nehmen außerdem an der Frauensektion des Turniers teil.
Startrangliste der Teams in der offenen Sektion
Insgesamt nehmen 108 Mannschaften in der offenen Sektion und 22 in der Sektion der Frauen teil.
Spieltermine
Am 17.10. beginnt die erste Runde des Europäischen Club Cups um 15 Uhr. Insgesamt werden 7 Runden gespielt. Die Runden werden vom 17.10. bis zum 22.10. jeweils um 15 Uhr ausgetragen und die letzte Runde beginnt am 23.10. bereits eine Stunde früher um 14 Uhr. Das Turnier findet in Budva, Montenegro, statt.
Links
Chess-Results.com: Offene Sektion, Frauensektion



