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Nach dem 4. kommt der 11. Spieltag: Doppelrunde auf 10. und 11. Januar vorgezogen

In der laufenden Saison der Schachbundesliga 2025/26 ergibt sich am kommenden Wochenende eine ungewöhnliche Konstellation im Spielplan: Die ursprünglich erst für einen späteren Zeitpunkt terminierten 11. und 12. Runde werden vorgezogen und statt am 11. und 12. April nun bereits am 10. und 11. Januar ausgetragen. Diese Anpassung erfolgt bewusst, um terminliche Überschneidungen mit der parallel zum ursprünglichen Bundesligatermin stattfindenden Europameisterschaft im polnischen Kattowitz (7. bis 19. April) zu vermeiden und somit einen möglichst zahlreichen Einsatz der Kaderspieler der Bundesliga-Mannschaften zu ermöglichen.

Letzte Runde in Heimbach-Weis. | Foto: Hans-Joachim Vitz

Hintergrund der Spielverlegung

Die Schachbundesliga hat traditionell ihren Saisonrhythmus so gelegt, dass größere internationale Turniere möglichst wenig Einfluss auf die Besetzung der Mannschaften haben. Nachdem der EM-Termin erst nach der ursprünglichen Festlegung des Bundesliga-Kalenders bekannt wurde, sah sich der Ligavorstand gezwungen, den Bundesliga-Spielplan zu korrigieren. Das Ziel der Vorverlegung auf den 10. und 11. Januar ist klar: Eine hohe Spielstärke der Teams zu gewährleisten, indem möglichst viele Spitzenspieler auch für ihre Vereine antreten können und zu vermeiden, dass Mannschaften nicht komplett antreten können. Dies war in den beiden vergangenen Runden im Fall OSG Baden-Baden der Fall gewesen: Gegen den SV Deggendorf konnte der frühere Serienmeister trotz des unbesetzten ersten Brettes noch mit 4,5:3,5 gewinnen. Tags darauf gab man so geschwächt aber einen Punkt gegen den FC Bayern München ab. Am kommenden Wochenende sollte es zu deutlich weniger Ausfällen kommen, da zurzeit wenig Verpflichtungen für die Spitzenspieler bestehen.

Allerdings bringt Sturmtief Elli neue Probleme mit sich und die Mannschaften dürften es zum Teil wirklich nicht einfach bekommen, am Spielort anzukommen. Jan Werner, Teamchef des Düsseldorfer SK, sagt: „Schon jetzt ist absehbar, dass die Wetterbedingungen für Dresden und Berlin eine Herausforderung bei der Anreise werden. Düsseldorf ist zwar wenig betroffen, aber das Problem ist bei denen, die insbesondere aus dem Osten Deutschlands anreisen müssen.“


 

Liviac
Leon Liviac am letzten Doppelspieltag. | Foto: Hans-Joachim Vitz

Vorschau auf die vorgezogenen Runden

Nach den im Dezember ausgetragenen Spieltagen Nummer 3 und 4 zeichnet sich bereits ein differenziertes Tableau der Ligastände ab: Titelaspiranten wie der SC Viernheim, OSG Baden-Baden, Aufsteiger Sfr. Wolfhagen und SV Werder Bremen liegen in der Spitzengruppe und streben an, ihre Positionen von vor der „Winterpause“ zu festigen. Spannend wird es sicher beim Duell zwischen Baden-Baden und Bremen am Samstag. Dem gegenüber stehen Mannschaften mit deutlich weniger Punkten, darunter die Schachfreunde Berlin und der noch punktlose MSA Zugzwang 82, die angesichts ihres bisherigen Saisonverlaufs verstärkt unter Druck stehen, rechtzeitig wichtige Zähler im Kampf um den Klassenerhalt zu sammeln.

Tabelle

Für Teams im unteren Tabellenbereich sind die vorgezogenen Begegnungen von hoher Bedeutung: Eine gute Punktausbeute in Runde 11 und 12 kann angesichts des engen Tabellenfeldes entscheidend sein, um den Anschluss an das Mittelfeld zu halten oder den drohenden Abstieg frühzeitig abzuwenden. Gleichzeitig können überraschende Erfolge gegen höher eingeschätzte Gegner den Teams im Mittelfeld zusätzlichen Auftrieb verleihen und die Kräfteverhältnisse in der Liga nachhaltig verschieben. Die Blicke richten sich daher explizit auf den Spielort Düsseldorf: Hier treffen am Samstag Vorjahresmeister Düsseldorf auf Dresden und Solingen auf Berlin sowie am Sonntag Dresden auf Solingen und Berlin auf Düsseldorf. „Für uns und die Gegner ist dieses Wochenende sehr wichtig. Wir stehen besser da als Berlin und Dresden, aber alle drei müssen gegen den Abstieg punkten“, sagt Jan Werner aus Düsseldorfer Perspektive. Sollten sich die Favoriten Düsseldorf und Solingen durchsetzen, würden sie sich entscheidend vom Tabellenende absetzen und die Dresdener und Berliner, die bisher erst einen Punkt einfahren konnten, in den Tabellenkeller einzementieren. Aber auch das Münchener Duell zwischen Bayern und dem MSA Zugzwang am Samstag und die Sonntagspartie zwischen MSA und Deggendorf werden hohen Einfluss auf den Saisonverlauf des Schlusslichts haben.  

Spielplan der Runden 11 und 12:

Runde 11

Runde 12

 

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