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6. Spieltag: Aufeinandertreffen der deutschen Topspieler in Hamburg

Die beiden Topteams ließen dieses Wochenende nichts anbrennen: Viernheim und Baden-Baden liegen weiter nur einen Punkt auseinander an der Tabellenspitze. Wolfhagen und Bayern München mussten den Kontakt zu den Topteams etwas abreißen lassen. Die Abstiegskandidaten hingegen nutzten ihre Chancen in Runde 6 erstaunlich konsequent: Dresden, MSA Zugwzang und Deggendorf konnten Siege einfahren.

Gute Laune, wenn Freunde aufeinandertreffen: Frederik Svane gegen Matthias Blübaum beim Spiel Hamburger SK gegen Schachfreunde Deizisau.

Viernheim marschiert vorweg - nur Baden-Baden bleibt dran

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Parham Maghsoodloo gewann mit Schwarz gegen Mikhail Kobalia. | Foto: Hans-Joachim Vitz

Keine Überraschung beim Duell der Meister der beiden Vorjahre. Das 6,5:1,5 spiegelt auch in etwa den Elo-Unterschied der Teams wieder. Die drei Spieler, die ein Remis für den (noch) amtierenden Meister erkämpfen konnten, können sich dennoch über Achtungserfolge gegen deutlich stärkere Gegner freuen. So erreichte zum Beispiel der Schnellschachweltmeister von 2024, Volodar Murzin, eine Punkteteilung gegen den 75 Punkte besseren Shakhriyar Mamedyarov. Viernheim hat damit nicht nur weiterhin alle Runden gewonnen, sondern auch eine beeindruckende Brettpunktbilanz von 46:18. Einen dieser Punkte steuerte heute Alexey Sarana an Brett 4 bei:

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In einer nur etwas schlechteren Stellung überführte Swinkels den Läufer von a7 nach e5. Ein Manöver das Sarana schnell zum Sieg nutzte: 37...Lb8?! 38.Kb5 Le5? 39.Sxa4+- g5 40.a3 gxh4 41.Sc5 Ta8 42.d6 Kf7?! 43.d7 1-0.

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Erfolgreiches Debut in dieser Saison: Remis am Samstag und ein voller Punkt am Sonntag – Fabano Caruana tritt am kommenden Wochenende bei der Freestyle-WM in Weissenhaus an. | Foto: Ina Gottschall

Den erwartet klaren Sieg gab es für die Baden-Badener gegen den Abstiegskandidaten SF Berlin. Beim 7:1 gab es lediglich zwei Unentschieden. Zu den sechs Siegern gehörte auch Fabiano Caruana. Sein Saisondebut ist also gelungen. Gestern spielte er Remis heute gewann er gegen den Polen Jan Klimkowski. Nächstes Wochenende startet die Nummer 3 der Welt dann in Weissenhaus. Hier die entscheidende Phase gegen Klimkowski:

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Bis zum 22. Zug konnte Klimkowski die Stellung ausgeglichen halten. Dann machten beide Spieler Fehler. Klimkowski gelang es, im 29. Zug wieder auszugleichen. Doch ab da zeigte sich der Spielstärkeunterschied nach und nach. Richtig bergab ging es für den Polen ab der Bauernschwächung in dieser Stellung: 37.e3? f4 38.Te1? fxe3-+ machte aus einer nur leicht schlechteren, eine Verluststellung. Caruana ließ sich das natürlich nicht mehr nehmen und gewann im 45. Zug.

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Rückschlag für den Aufsteiger: Fast durchgängig gleich oder besser besetzt, reichte es gegen den mehrfachen Deutschen Meister nur zu einem 4:4. Vor allem schmerzhaft: Brett 1 ging in Gewinnstellung für Andreij Volokitin wegen Zeitüberschreitung verloren.

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Schachbundesliga-Präsident Markus Schäfer holte am Wochenende 1,5 Punkte für Solingen und steuerte einen wichtigen Sieg zum 4:4 gegen Wolfhagen bei. | Foto: Hans-Joachim Vitz

Bei den Saisondebuts von Caruana und Erigaisi ging das von Schachbundesliga-Präsident Markus Schäfer etwas unter. Aber auch er hatte ein starkes Wochenende: Gestern remisierte er gegen Dennis Wagner und heute schlug er mit Schwarz Volodymyr Vetoshko, nachdem er sich lange hatte verteidigen müssen. Jeweils zwei Siege und zwei Niederlagen für beide Seiten führten zum logischen 4:4 im Mannschaftskampf. Wolfhagen ist somit nun zwei Punkte hinter Baden-Baden und drei hinter Viernheim – konnte aber den Abstand auf den FC Bayern München vergrößern. Er beträgt jetzt ebenfalls drei Punkte.

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Weiß hat den Nachziehenden geradezu angesprungen und Erfolg damit gehabt. Die Stellung ist klar besser. Doch der Angriff ist nicht einfach und Vetoshko griff nun mehrfach fehl: 20.Dd3?! Td8! 21.0-0-0 Txd6!! 22.exd6 Dxd6 23.Sg2 d4 24.Th2?! Doch in inzwischen besserer Stellung patzt nun Schwarz: 24...Dc5+? 25.Dc2 Dd5?! mit immer noch leicht besseren Chancen für Schäfer. Doch es folgt ein schwerwiegender Fehler von Weiß: 26.Se3? De6! mit folgender bereits für Schwarz gewonnener Stellung:
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Der Schwarzspieler verwertete diese Stellung überzeugend und gewann im 72. Zug.

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Trotz dieser Niederlage bleibt der FC Bayern München Tabellenvierter. Der Kampf wurde an den letzten drei Brettern entschieden, an denen kurioserweise ausnahmslos die Schwarzspieler gewannen. Das Siegerteam ist nun punktgleich mit den Bayern und liegt mit nur 2,5 Brettpunkten weniger auf Rang 5, gefolgt von Solingen.

 

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Nationalspieler unter sich an den ersten beiden Brettern: Man könnte vermuten, die Spieler, die sich immer gerne als Freude bezeichnen, hätten sich freundlich auf Unentschieden geeinigt. Doch tatsächlich wurde hart gekämpft: 69 Züge lang dauerte der Kampf zwischen der deutschen Nummer 4 und der Nummer 2. Am Ende hatte Frederik Svane im Turmendspiel zwar einen Bauern mehr, doch der reichte – wie so oft – nicht zum Sieg. 77 Züge spielten Dmitrij Kollars und Rasmus Svane. Auch hier konnte der Mehrbauer im Turmendspiel nicht den Sieg erzwingen. Kollars verteidigte sich erfolgreich. Nationaltrainer Jan Gustafsson konnte es seinen Schützlingen aber nicht gleichtun: Er verlor eine kurze Partie gegen Tamas Barnusz. Dank der Siege seiner Teamkameraden Luis Engel und Konstantin Peyrer konnte sich der HSK aber dennoch über den zweiten Sieg des Wochenendes freuen. Die Schachfreunde Deizisau hingegen sind nun als Elfter nur noch drei Punkte von den drei Abstiegsplätzen entfernt. Das hatte man sich sicher anders vorgestellt.

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Dmitrij Kollars und Rasmus Svane kämpften ein Remis aus. | Foto: Anna-Blume Giede

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Nach dem Pauli-Sieg gestern gegen Deizisau und den beiden HSK-Siegen an diesem Wochenende fehlte nun „nur“ noch ein Sieg des Kiez-Clubs gegen den Abstiegskandidaten aus München zum absoluten Hamburger Triumph an diesem Wochenende (man vergesse nicht die beiden Fußballbundesligasiege des HSV und des FC St. Pauli gestern!). Doch da wollten die Münchener nicht mitspielen. In Anbetracht der Ergebnissen der Abstiegskonkurrenten (dazu später mehr) war dies auch dringend geboten. Und tatsächlich: Dem MSA Zugzwang gelang die Überraschung: Obwohl nur an Brett 1 etwas besser und sonst durchgängig schlechter besetzt, gewannen die Süddeutschen mit 5:3 und machen in der Tabelle damit einen Platz gut.  

Einen schönen Sieg feierte der junge deutsche Großmeister Leonardo Costa für die Überraschungsgewinner der Runde. Er schlug Jonas Bjerre, der gestern noch der Matchwinner bei St. Paulis Sieg gegen Deizisau war.

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Der Wendepunkt in der Partie: Costa stand zwar bereits leicht besser, aber mit seinen folgenden vier sehr starken Zügen nutzte er die Schwächephase von Bjerre aus. Auf Dc3 folgte: 25...Sb3?! 26.Sxb3! Txb3 27.Dxb3! Sxe4? 28.Da4! Te5 29.Tf1!! und Weiß gewann nach: 29...d2 30.Dc2 Sxf2 31.Dxd2 Sd3+ 32.Kh1 Dxd5 33.Se3 De4 34.Sg4 Tg5 35.a4 f5 36.Sh2 Sf4 37.Tbe1 Aufgabe.

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Big Points für den SV Deggendorf: Der Viertletzte gewann gegen den Tabellenfünften aus Kirchweyhe, die bei ihrem Heimauftritt und dem gestrigen 4:4 gegen München sieglos aus der Doppelrunde hervorgehen. Trotz des Topspielers Arjun Erigaisi, der nach dem Remis in der Runde zuvor am Sonntag gegen Ivan Saric gewinnen konnte, waren die Kirchweyher fast durchgängig besser besetzt. Diptayan Ghosh steuerte den zweiten Sieg fürs Team und seinen zweiten an diesem Wochenende bei. Mit 3 aus 4 steht er aktuell bei einer Performance von fast 2800 Punkten.

Wichtige und überraschende Punkte also für Deggendorf im Kampf gegen das Abrutschen auf die Abstiegsplätze. Hier die wichtige Phase aus der Partie des Superstars aus Indien:

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Saric hatte die Stellung bis hier ausgeglichen gehalten. Es folgte 25...Sa4! und Saric griff fehl: 26.Tc1? Besser wäre 26.Sxf8 Txb1 27.Sd7 Tb2 Sf6+= gewesen. Nach 26...Tb2 27.De1 Sf5?! 28.Lxc5? Sxc5 29.Sxf8 Db6 30.Sd4 Sd3 31.Lxd3 Sxd4! 32.cxd4 Dxd4+ 33.Kh1 Dxd3! 34.Tc3 Tb1 35.Tc1 Dxh3+ 36.Kg1 Tb2 ​​​​​gab Weiß auf.

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Während dies für Deggendorf nach dem Sieg gegen Heimbach-Weis-Neuwied bereits der zweite Saisonsieg war (hinzu kommt ein Unentschieden gegen den MSA Zugzwang), konnte der USV TU Dresden ebenfalls gegen die Rheinland-Pfälzer erstmals in dieser Saison gewinnen und schöpft etwas Hoffnung im Kampf um den Klassenerhalt, zumal man gegen viele der Topteams bereits gespielt hat und noch mehrfach auf die Abstiegskonkurrenten trifft:

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Die Elozahlen ließen ein sehr knappes Match erwarten, doch Dresden zeichnete sich relativ schnell schon als Sieger ab. Einen Punkt steuerte der Routinier und ehemalige deutsche Nationalspieler Liviu-Dieter Nisipeanu bei. In seiner Partie gegen Jakub Kosakowski setzte er sein Springerpaar vorteilsbringend ein und verwertete die Stellung dann klar zum Sieg:

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Nisipeanu hatte sich schon einen leichten Vorteil erkämpft und gerade seinen Springer auf das Traumfeld e4 gezogen. Mit 20.Dc1?! c4! 21.Sxe4?! cxd3-+ baute der erfahrene Schwarzspieler seinen Vorteil aus und verwertete ihn im 32. Zug.
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Schwarzsieg für Liviu-Dieter Nisipeanu gegen Jakub Kosakowski, hinten ist Alexei Shirov zu sehen. | Foto: Ina Gottschall

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