Blübaum punktet für sein neues Team (2. Spieltag)
Nachdem die Schachfreunde Deizisau ihre Mannschaft aus der Bundesliga abmeldeten, übernahm Baden-Baden den deutschen Spitzenspieler Matthias Blübaum. Zusammen mit Nationalmannschaftskollegen Alexander Donchenko spielt Blübaum nun für OSG Baden-Baden. Am zweiten Spieltag punktete er gegen Andrej Volokitin und steht nach zwei Runden bei 1,5 Punkten für sein neues Team. Dmitrij Kollars wechselte mit ihm zu Baden-Baden, dieser ist jedoch in China bei der Hochschul-WM unterwegs. Baden-Baden besiegte Remagen Sinzig 4,5:3,5 und behält die Tabellenführung. Der SC Viernheim besiegt den SC Heimbach-Weis-Neuwied 5:3 und der FC Bayern München gewinnt das Münchener Duell gegen MSA Zugzwang trotz Niederlage am ersten Brett. Die nächste Runde beginnt am Sonntag um 10 Uhr.
Matthias Blübaum und Alexander Donchenko (OSG Baden-Baden) | Foto: Sven Noppes
SC Viernheim setzt sich durch
Nach zwei Spieltagen ist es schwierig, sich bereits einen großen Vorsprung auf die Konkurrenz zu erkämpfen. Doch dem SC Viernheim scheint dies trotzdem gelungen zu sein. Am Vortag gewannen sie bereits 7:1 gegen Erkenschwick. Am Samstag kamen noch zwei Mannschaftspunkte durch den Sieg gegen den SC Heimbach-Weis-Neuwied dazu. Der hohe Sieg am Vortag sorgt dafür, dass Viernheim auch die Gruppe der Teams mit zwei Siegen anführt. Am Sonntag hat Werder Bremen noch die Chance die Viernheimer von einem 6-Punkte-Wochenende abzuhalten.
Anders als am Vortag gab es "nur" zwei Einzelsiege für den SC Viernheim. Anton Korobov gewann an Brett 6 gegen Leon Livaic vom SC Heimbach-Weis-Neuwied und an Brett 8 gewann Georg Meier gegen den Portugiesen Jorge João Viterbo Ferreira aus Porto. Alle weiteren Partien endeten in Remis. Von 16 Partien in der Saison hat der SC Viernheim bisher erst eine einzelne Partie verloren.

Werder Bremen gewinnt trotz Oro-Niederlage
Auch ein aufsteigender Star wie Faustino Oro kann nicht immer gewinnen. In der zweiten Runde verlor der argentinische Großmeister Faustino Oro an Brett 6 für Werder Bremen gegen den niederländischen IM Robert Ris vom SV Erkenschwick. Trotzdem gewann Werder Bremen den Mannschaftskampf. Velimir Ivic besiegte Toms Kantans und Ihor Samunenkov gewann gegen Arthur de Winter. Der Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft der Frauen, Zahar Efimenko, spielte Remis gegen Friso Nijboer.

Trotz drei Spieler mit einer Elo über 2600 und mit Elovorteil an den meisten Brettern wurde es für den SV Werder Bremen eng für den Mannschaftssieg. Nikita Meshkovs hielt das Remis gegen den englischen Star Luke McShane. Szymon Gumularz kam nicht über ein Remis gegen LiamVrolijk hinaus. Demnächst wird Gumularz auch wieder an der Offenen Internationalen Bayrischen Meisterschaft (OIBM) am Tegernsee teilnehmen. Im Vorjahr erreichte er dort den dritten Platz.
Blübaum und Donchenko punkten für Baden-Baden
Das Spitzenduell im Mannschaftskampf zwischen Baden-Baden und Remagen Sinzig wurde zwischen Maxime Vachier-Lagrave und Vasyl Ivanchuk ausgetragen. Die beiden Spitzenspieler trennten sich mit einem Remis. OSG Baden-Baden gewann das Duell gegen den SC Remagen Sinzig durch zwei Siege von Matthias Blübaum gegen Andreij Volokitin und von Alexander Donchenko mit Schwarz gegen Jakob Seemann. Im Falle von Matthias Blübaum, der bei 1,5 Punkten aus zwei Partien steht, lässt sich argumentieren, dass sich der Neuzugang für Baden-Baden bereits lohnt. Blübaum hatte nach dem Rückzug der Schachfreunde Deizisau aus der Bundesliga die Mannschaft gewechselt.

Solingen gewinnt an den hinteren Brettern
Der SV Deggendorf hat Arjun Erigaisi an Listenplatz 1 ihres Kaders gesetzt, die Topspieler an die Bretter zu bekommen war der Mannschaft für dieses Wochenende aber nicht geglückt. An den vorderen Brettern saßen trotzdem Großmeister mit einer Elo über 2500 bzw. über 2600 des Deggendorfer Teams, aber die hinteren Plätze gaben Probleme. An Brett 7 spielte der Fide-Meister Dominic Wisnet, der am Vortag ein Remis gegen den Großmeister Lukasz Cyborowski erreicht hatte. Gegen den Solinger Alexander Krastev reichte es am Samstag aber nicht und er verlor. An Brett 8 trat für den SV Deggendorf die ukrainische Spielerin Nataliya Movchan an. Die 15-Jährige kam über das Jugendbrett in den Deggendorfer Kader. Mit einer Elo von 1827 waren Probleme gegen den Solinger Großmeister Florian Handke jedoch vorprogrammiert.

Remis im Hamburger Duell in München
Ganz nach München fuhren die beiden Hamburger Mannschaften FC St. Pauli und Hamburger SK um dort gegeneinander anzutreten. St. Pauli fuhr mit ihrem Starspieler Richard Rapport auf, während der Hamburger SK mit dem Einzelgold-Sieger der Olympiade, Frederik Svane, am Spitzenbrett antrat. Am Ende trennten sich alle acht Spieler der Hamburger Teams mit einem Remis.
An den meisten Brettern hatte der FC St. Pauli nominell einen leichten Vorteil, d.h. ihre Spieler hatten eine etwas höhere Elo. Der Elounterschied an allen Brettern war jedoch verschwindend gering, so dass sich auch die St. Pauli-Spieler mit höherer Elo nicht über die Ergebnisse ärgern sollten.

In der Spitzenpartie dieser Begegnung opferte Rapport eine Qualität gegen Frederik Svane. Für einen minimalen Vorteil hätte Frederik Svane das Opfer laut Engine direkt annehmen sollen. Stattdessen stellte er seinen König und seinen Springer zentraler und nahm danach die Qualität an. Der materielle Vorteil half ihm im Partieverlauf jedoch nicht weiter und die Spieler trennten sich mit einem Remis.
Felix Blohberger gewinnt im Münchener Nachbarschaftsduell
Bis auf das Hamburger Duell in München ist an jedem Mannschaftskampf am Spielort München des aktuellen Wochenendes mindestens ein Münchener Team beteiligt, wodurch an dieser Stelle Reisekosten gespart werden können, zumindest, wenn die Spieler denn auch in der Region ihres Vereins leben.
Man mag denken, dass die Spieler bei drei Runden an einem Wochenende genug mit der Vorbereitung auf ihre Spiele und mit den Partien selbst zu tun haben. Nach der ersten Runde lud der österreichische Großmeister Felix Blohberger aber direkt eine Nachbesprechung seiner Partie auf seinem YouTube-Kanal hoch. Er gehört zu den Kandidaten, bei denen man nach den Partien auf solche Videos hoffen kann. Seinen Sieg gegen David Shengelia wird er sicherlich auch besprechen – und wenn es nicht am selben Wochenende passiert, dann bestimmt zu einem späteren Zeitpunkt.

Kirchweyhe besiegt den Düsseldorfer SK
Beim Heimspiel des SK Kirchweyhe traten die Gastgeber mit Spielern ihrer Top 12 gegen den Düsseldorfer SK an. In der vergangenen Saison trat Kirchweyhe beinahe ausschließlich mit den acht Stammspielern der Mannschaft an. Bei 120 Partien in der Saison gab es nur 14 Einsätze von Spielern unterhalb der Top 8 im Kader. An diesem Wochenende sind nur zwei Spieler unterhalb der acht Stammspieler für Kirchweyhe im Einsatz, nämlich Zoran Jovanovic und Robert Zelcic. Im Kontrast dazu steht der Düsseldorfer SK, bei dem nur drei Spieler aus der Top 8 an diesem Wochenende im Einsatz sind. Mit Listenplatz 17 ist beim Düsseldorfer SK der FM Philipp Leon Klaska auf einem Jugendplatz gemeldet, obwohl seine Elo höher ist als die von mehreren Spielern vor ihm. Klaska steht bei 1,5 Punkten aus 2 Partien. Die Spieler mit mehreren Hundert Elopunkten weniger waren aber auch nicht im Einsatz, weshalb dies keinen Einfluss auf die Aufstellung am Freitag und Samstag hatte.
Der Sieg von Klaska gegen Robert Zelcic reichte nicht für einen Düsseldorfer Sieg aus. Samvel Ter-Sahakyan und Ante Brkic punkteten für den SK Kirchweyhe gegen Evgeny Postny und Arthur Pijpers und sorgten so für die entscheidenden Punkte zum Heimsieg.

Die Schachfreunde spielen gegeneinander Remis
Ein friedliches Duell gab es zwischen den Schachfreunden Berlin und den Schachfreunden Bad Mergentheim. An den ersten vier Brettern trennten sich die Spieler mit einer Punkteteilung und an den hinteren vier Brettern gab es für beide Mannschaften jeweils zwei Siege. Jan Klimkowski und Marius Fromm gewannen für die Schachfreunde Berlin und Fy Antenaina Rakotomaharo und Vyacheslav Ikonnikov punkteten für die SF Bad Mergentheim.

Für manche Berliner Spieler wird es nur wenige Tage zum Ausruhen geben. Die SF Berlin haben eine Mannschaft für den Europäischen Club Cup in Montenegro angemeldet, das am 17. Oktober mit der ersten Runde beginnt.
Die dritte Runde wird am Sonntag (11.10.) ab 10 Uhr ausgetragen.

Alles Wichtige zum ersten Schachbundesliga-Wochenende:
- Spielplan für die Saison 2026/27
- Die Saison 2026/27 startet: Auftakt mit Titelverteidiger SC Viernheim
- Faustino Oro im Werderteam: Bundesligakader für Saison 2026/27 stehen fest
- Nationalspieler Blübaum und Kollars wechseln zur OSG Baden-Baden
- MSA und SF Berlin können Klassenerhalt feiern
- Ein alter Bekannter kehrt zurück
- Bad Mergentheim setzt auf Kontinuität: Klassenerhalt als großes Ziel
- Aufsteiger Erkenschwick: Konzept steht über Ligazugehörigkeit
- Spielbericht: 1



