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Traumstart für den FC Bayern, Licht und Schatten beim Münchener SC

Die Ergebnisse der Schach-Bundesliga sind für die Teams eher zweitrangig geblieben. Die Vereine sorgten sich mehr um ihre Mannschaftskameraden, die in der Ukraine in der russischen Falle sitzen. An klaren Statements mangelte es nicht - selbst von russischen Großmeistern wie Vizeweltmeister Jan Nepomnjaschtschi, der entgegen der Putin-Wortvermeidung den Krieg „Krieg“ nannte und zusammen mit 33 anderen Schach-Persönlichkeiten des Riesenreichs die sofortige Einstellung des Angriffs forderte. Ein Hinweis auf die großen Erfolge des amtierenden Europameisters Ukraine fehlte dabei nicht.

Ein starkes Zeichen sendeten auch Serienmeister OSG Baden-Baden mit seinem Farm-Team SF Deizisau, die gegen Werder Bremen zwei Bretter unbesetzt ließen. Grund: Die Hanseaten hatten zwei ihrer Ukrainer an vorderer Front aufgeboten, um mit den verwaisten Brettern auf die zynische Aggression aufmerksam zu machen.

Der österreichische Großmeister Valentin Dragnev gewinnt beide Partien für den FC Bayern München. | Foto: Johannes Winkler

Während Sergej Fedortschuk für Viernheim als einziger Ukrainer ans Brett ging, fehlte in München  sein Landsmann Pawel Eljanow. Aufsteiger Münchener SC 1836 feierte dennoch ein gelungenes Comeback nach 26 Jahren Abstinenz vom deutschen Oberhaus. Am Samstag schlug der drittälteste deutsche Schachverein Mitaufsteiger König Tegel deutlich mit 6,5:1,5.

Martinovic-Krämer, 25.Sxg5!, nichts geht mehr, Schwarz gab auf.
Martinovic-Krämer, 25.Sxg5!, nichts geht mehr, Schwarz gab auf.

„Der Start war gut“, freute sich Vereinsboss Michael Reiß. Am Sonntag unterlag sein Team jedoch den SF Berlin knapp mit 3,5:4,5. Lediglich der Kroate Sasa Martinovic konnte wie am Vortag gewinnen. Er schlug dabei sowohl den Tegeler Großmeister Michael Richter im Angriff als auch den SFB-GM-Kollegen Martin Krämer mit einem spektakulären Springerzug in nur 25 Zügen. Angesichts der Niederlagen von Dominik Horvath und Nikola Radovanovic war das allerdings zu wenig.

„An den hinteren Brettern merkte man schon gegen die kompakten Berliner, dass wir das Niveau noch hochziehen müssen“, konstatierte Reiß Probleme beim Tabellenachten an Position fünf gegen Szymon Gumularz und acht gegen Alexander Seyb – mit Eljanow an Brett zwei wäre wohl erneut etwas Zählbares für den MSC 1836 herausgesprungen.

Besser machte es der FC Bayern in Milbertshofen. Erst rang der Gastgeber zum Saisonauftakt die SF Berlin souverän mit 5,5:2,5 nieder. Neuzugang Jaime Santos Latasa (Spanien) führte sich bei seiner Premiere im Bayern-Trikot gleich optimal am Spitzenbrett ein und schlug den polnischen 2600er Kacper Piorun. Bei fünf Remis sorgten der Schweizer Nicolas Georgiadis und der Österreicher Valentin Dragnev für klare Verhältnisse mit ihren Siegen über Gumularz beziehungsweise Marco Baldauf.

Dieses Trio gewann ebenso am Tag danach gegen König Tegel. Außerdem siegten Martin Lokander und Michael Fedorovsky. Trotz der einen überraschenden Niederlage von Linus Johansson gegen Clemens Rietze war Jörg Wengler sichtlich zufrieden nach dem 6:2-Sieg: „Besser konnte es nicht laufen! Gegen die SF Berlin fiel das Ergebnis vielleicht ein Tor zu hoch aus“, nahm der Bayern-Abteilungsleiter eine Anlehnung bei den Fußballern. Mit 4:0 Punkten unterstrich der Tabellenvierte, dass der FCB heuer nichts mit dem Abstieg zu tun haben wird.

Schachbundesliga im Kulturhaus Milbertshofen. | Foto: Michael Reiß
Schachbundesliga im Kulturhaus Milbertshofen. | Foto: Michael Reiß

 

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