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Faustino Oro gibt sein Debüt in der Schachbundesliga

Die Favoriten gaben sich keine Blöße: Sowohl der Titelverteidiger SC Viernheim als auch der frühere Serienmeister OSG Baden-Baden starteten mit einem Sieg in die neue Saison. Der Newcomer des Tages war aber definitiv ein junger Argentinier: GM Faustino Oro gab sein Debüt für den SV Werder Bremen und spielte in seiner ersten Partie mit Schwarz Remis gegen Leon Liviac vom SC Heimbach-Weis-Neuwied. Während Aufsteiger Erkenschwick gegen Viernheim erwartungsgemäß chancenlos war, starteten die beiden anderen Aufsteiger Remagen Sinzig und Bad Mergentheim durchaus vielversprechend in die Saison.

Faustino Oro startete seine Schachbundesliga-Karriere mit einem Remis gegen Leon Liviac. | Foto: Angelika Valkova

Es geht los: Die Schachbundesligasaison 2026/27 ist ins erste Wettkampfwochenende gestartet ...

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Auf dem Weg in die neue Saison: Richard Rapport und Pranav V, die Topbretter vom FC St. Pauli. | Foto: Alexandra Leib

 

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  Die Nordlichter markieren ihr Revier in München. | Foto: Alexandra Leib

 

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Die gute Stimmung im Team zahlte sich aus und der FC St. Pauli wurde seiner Favoritenrolle gerecht. Spielentscheidend in dem Kampf, der lange unentschieden stand, war der Sieg von Bartosz Socko mit Schwarz gegen David Shengelia.

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Auf den nicht optimalen schwarzen Zug antwortete Weiß in Zeitnot mit 35.f5+?. Schwarz nutzte die Chance und zwang den Gegner noch vor der Zeitkontrolle zur Aufgabe: 35...Ke5 36.Txf7 c3 37.Te7+ Kd4 38.Tc7 c2 39.Lb7 Lc4 Aufgabe 0:1.

Neuling Richard Rapport, der von der OSG Baden-Baden in den Norden wechselte, spielte an Brett 1 in einer durchgehend ausgeglichenen Partie remis gegen Pavel Eljanov. Als letzte Partie endete die von Leonardo Costa, der mit Schwarz trotz lange schlechter Stellung gegen Jonas Buhl Bjerre ein Remis erzielte. Doch um auszugleichen war dies zu wenig.

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Remis an Brett 1: St. Pauli-Neuling Richard Rapport gegen MSA-Urgestein Pavel Eljanov. | Foto: Reinhard Ahrens

 

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Gewohntes Bild in den letzten Wochen: Die Svane-Brüder spielen Seite an Seite. Doch zuletzt in Samarkand waren sie erfolgreicher. | Foto: Reinhard Ahrens

In München remisierte Rasmus Svane gegen Pouya Idani. Der doppelte Medaillengewinner von Usbekistan, Frederik Svane, verlor an 1 gegen den für Österreich spielenden Kirill Alekseenko. Der deutsche Nationalspieler kämpfte bis zuletzt, doch er konnte die HSK-Niederlage nicht abwenden.

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Aus einer klar besseren Stellung wurde in wenigen Zügen eine Verluststellung: 35.Te6?= 35.h4! hätte den Vorteil aufrecht erhalten, z.B.: 35...gxh4 36.Te5 h3+ 37.Kh2 mit Vorteil für Weiß. Se7 36.Dd1 Sf5 37.Dh5+??-+ Kg8 38.Dxg5? und Schwarz ließ sich den Vorteil nicht mehr nehmen und gewann im 50. Zug.

Die Münchener, die in der vergangenen Saison auf einem starken vierten Platz landeten, legten damit den Grundstein für eine weitere erfolgreiche Spielzeit. Der ehemalige Kandidatenturnierteilnehmer Nijat Abasov gewann gegen Tamas Banusz und Matic Lavrencic gewann an 8 gegen Thies Heinemann. Den einzigen HSK-Sieg fuhr Niclas Huschenbeth gegen Alan Pichot ein. 

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Lange stand es 0,5:0,5 nach dem Remis zwischen Anton Korobov und Robert Ris. Doch in der vierten Stunde brachten die Bretter 1, 3 und 4 in kurzer Zeit drei Punkte für den Titelverteidiger und damit die Vorentscheidung. Neben dem frühen Remis konnte für den Aufsteiger lediglich noch Friso Nijboer an Brett 7 ein Remis gegen Dennis Wagner erkämpfen. Am Ende stand ein mehr als deutlicher 7:1-Sieg für den amtierenden Deutschen Meister und Pokalsieger. Übrigens hatten die Viernheimer auch im Pokalfinale gegen Erkenschwick gewonnen. Wie die letzten Saison endete, so begann also auch die neue ...

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Alexey Sarana startete mit einem schönen Sieg in die Saison. | Foto: Angelika Valkova

Der serbische GM Alexey Sarana gewann an Brett 3 mit Schwarz gegen den Niederländer Liam Vrolijk – eine der wenigen Neuverpflichtungen des westfälischen Liganeulings. Sarana sagte, er wisse selbst nicht so genau, wie er so schnell gewonnen haben: „Wir hatten eine normale Eröffnung, dann geriet mein Gegner in taktische Verwicklungen, die offensichtlich sehr gut für mich waren.“

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Weiß zog in dieser ausgeglichenen Stellung 22.Dd4? Der Damenzug nach f4 hätte das Gleichgewicht fast gehalten. 22...Sxe5! 23.Td5 De7! -+.
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Sarana baute seinen Vorteil bis zum 30. Zug zielstrebig und sehr genau aus. In dieser Stellung gelang es ihm, mit einem hübschen Königszug, den Gegner zur Aufgabe zu zwingen: 31...Kg8! und Weiß gab auf! Der Turm kommt nach f8 und der Läufer nach h3 – die weiße Stellung kollabiert schnell.

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Einen harten Kampf lieferten sich die beiden vielfachen deutschen Meister früherer Jahre. Die Solinger hielten den Kampf lange spannend, obwohl die Baden-Badener die deutlich bessere Mannschaft aufstellen konnte. Zwar fehlten den Süddeutschen die ersten fünf gemeldeten Spieler – darunter auch Deutschlands Nummer 1 Vincent Keymer. Doch der Kader ist stark genug, dies auszugleichen. Dennoch sind vielleicht kleine Ängste aufgrund der Erinnerung an die Punkteverluste der letzten Saison aufgekommen. Doch aus Sicht der OSG ist es gut gegangen und am Ende stand dank der Siege an den Brettern 6 und 7 ein knapper Sieg für den Favoriten. Bemerkenswert: Alle Partien mit französischer Beteiligung fanden einen Sieger: Maxime Lagarde gewann gegen Ruben Gideon Köllner und Etienne Bacrot schlug Alexander Krastev. An Brett 1 musste sich Maxime Vachier-Lagrave allerdings einem wieder einmal stark spielenden David Navara geschlagen geben. 

Eines erinnert jedoch bereits jetzt an letzte Saison: Durch den Viernheimer Kantersieg sind die Baden-Badener sofort wieder in der Verfolgerrolle.

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Kämpften bis zum Schluss, doch Baden-Baden hatte bereits 4,5 Punkte eingefahren: David Navara und Maxime Vachier-Lagrave. | Foto: Hans-Joachim Vietz
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Maxime Lagarde erzielte einen wichtigen Punkt zum gelungenen Baden-Badener Saisonauftakt. | Foto: Sven Noppes

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Die 2011 geborene Natalyiya Movchan war die einzige weibliche Teilnehmerin an der ersten Runde der Bundesliga. Die Nachwuchsspielerin bekam es mit dem 610 Punkte stärker bewerteten Großmeister Pawel Jaracz zu tun und musste ihm erwartungsgemäß den Punkt überlassen. Bis zum 15. Zug hatte sie in einem Abgelehnten Damengambit gute Entwicklungszüge gefunden, doch dann griff sie fehl:

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15.Da5-c7? leitete die Niederlage ein. Bessere wäre der Abtausch auf f5 gewesen mit leicht schlechterer Stellung. Der GM nutzte den Fehler wie folgt aus: 16.Sxe7+! Dxe7 17.Dd4! Td7 18.Tad1 b6 19.Lxf6 gxf6 (19...Dxf6!?) 20.Df4+- und gegen den Angriff von Dame, Turm und Springer fand die junge Spielerin kein Gegenmittel.
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Nataliya Movchan gelang bei ihrem Bundesligadebüt keine Sensation gegen den Großmeister. | Foto: Hans-Joachim Vietz

Nur wenig später steuerte der junge Engländer Shreyas Royal den zweiten Sieg bei. Er gewann souverän und noch vor der Zeitkontrolle gegen den serbischen GM Nikola Sedlak. Zusammen mit den Remisen an den Brettern 3 und 7 führte der Aufsteiger bereits mit 3:1. Souverän brachte der Rest des Teams den Vorsprung „nach Hause“ und so startete Aufsteiger Remagen Sinzig mit einem Sieg in die neue Saison, bei dem nur Jakub Seemann eine 0 einstecken musste. Andreij Voloktin, Peter Prohaszka, Shreyas Roval und Pawel Jaracz gewannen.

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Schachlegende Vasyl Ivanchuk remisiert an Brett 1 gegen den indischen GM Sunilduth Lyna Narayanan. | Foto: Sven Noppes

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Das Düsseldorfer Team startete unglücklich in die neue Saison. | Foto: Jan Werner

Auch der Zweitligameister der letzten Saison aus dem Süden verbuchte gleich zu Saisonbeginn zwei Punkte. Gegen den Meister des vorletzten Jahres Düsseldorf gelang den Wiederaufsteigern ein starkes 5:3. Die Bad Mergentheimer münzten dabei ihre nominellen Vorteile souverän zu einem wichtigen Mannschaftssieg um. Evgeny Postny hatte die Rheinländer zwar in Führung gebracht, doch die beiden Siege an den Brettern 5 und 7 drehten das Spiele zugunsten der Süddeutschen. Bemerkenswert: Neben dem MSA Zugzwang und den Mitaufsteigern aus Erkenschwick waren die Sieger dieses Kampfes die einzigen die mit den an 1 bis 8 gemeldeten Brettern antraten.

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Schiedlich, friedlich einigten sich beim Kampf zwischen dem SK Kirchweyhe und den Schachfreunden aus Berlin alle 16 Spieler auf Remis. Die Berliner waren ja durch die Rückzüge von Deizisau und Wolfhagen gemeinsam mit dem MSA Zugzwang in der Liga geblieben und können mit dem 4:4 gegen den fast durchgehend besser besetzten Klub aus Niedersachsen sicher gut leben. 

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Es dürfte die spektakulärste Neuverpflichtung zur neuen Saison gewesen sein: Der SV Werder Bremen vermeldete den Zugang von Faustino Oro. Der nächste Woche (am 14. Oktober) 13 Jahre alt werdende argentinische Nachwuchsstar und Junggroßmeister verstärkt das norddeutsche Team. Schön für die Fans, dass er gleich zum Saisonauftakt und kurz nach seiner Premierenolympiade mit an Bord war. Er trat mit Schwarz gegen den serbischen GM Leon Liviac an und remisierte nach 31 unspektakulären Zügen. Die Partie hatte die Remisbreite nicht verlassen. Für ein Mannschaftsunentschieden reichte es jedoch nicht, da Werder an den Bretter 1, 4 und 6 verlor. Immerhin konnte aber Zbynek Hracek die erste entschiedene Partie der neuen Saison in der Liga für sich verbuchen. Zumindest ein kleines Trostpflaster. Auch der zweite Jungstar spielte übrigens Remis: Der Heimbach-Weis-Neuwied-Spieler Vaclav Finek hat in den letzten Monaten enorme Verfolge verbucht und ist inzwischen bereits ein etablierter GM. Der junge Tscheche holte ein Remis gegen den Polen Szymon Gumularz.

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Hatte zu kämpfen bei seinem Debüt: Faustino Oro. | Foto: Angelika Valkova

Tabelle nach der 1. Runde:

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Alles Wichtige zum ersten Schachbundesliga-Wochenende:

 

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